zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 8. Jänner 2009

Influenza-Impfung auch jetzt noch sinnvoll

Traditioneller Höhepunkt der saisonalen Epidemie zwischen Jänner und März.

Die Gefahr, an einer Influenza-Infektion zu erkranken, dürfte in den kommenden Wochen zunehmen. Dies lassen die Daten vom European Surveillance Scheme (EISS) zu den Epidemien 2001 bis 2007 erwarten.

 

„Die Saison wird aller Voraussicht nach bald an Stärke zunehmen. Daher sollte man sich auch Anfang 2009 noch impfen lassen, um sich und andere, die einem nahe stehen, zu schützen. Dies ist für ältere Menschen äußerst wichtig, da sie für Influenza-Infektionen und damit verbundene Komplikationen besonders anfällig sind“, erläutert Prof. Koos van der Velden, der ehemalige Vorsitzende des EISS. Dies ist ein Projekt, das vom European Centre for Disease Control and Prevention (ECDC) durchgeführt wird. „Der Impfstoff braucht zwei bis drei Wochen, bis er eine Schutzwirkung entwickelt. Daher reicht die Zeit noch aus, um sich impfen zu lassen.“

Drei neue Virusstämme

Obwohl die Saison erst vor wenigen Wochen begonnen hat und Daten nur begrenzt vorliegen, erweist sich der in einigen Ländern – darunter Spanien, Portugal und Großbritannien – zirkulierende H3N2-Influenza-Virusstamm aus Australien als dominanter Virusstamm. Das gleiche Virus führte 2007 in Australien zu einer sehr schweren Epidemie, bei der ein Anstieg der Influenza-Erkrankungen um mehr als das Dreifache in Laboruntersuchungen nachgewiesen wurde.

Die Zusammensetzung des diesjährigen Influenza-Impfstoffs wurde angepasst und beinhaltet nun den H3N2-Stamm aus Australien. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren enthält der Influenza-Impfstoff für diese Saison im Vergleich zu dem des letzten Jahres für die nördliche Hemisphäre sogar drei neue Stämme.

Hintergrundwissen zur saisonalen Influenza

Weltweit werden 250.000 bis 500.000 Todesfälle pro Jahr, hauptsächlich in der älteren Bevölkerung, auf saisonale Influenza und damit verbundene Komplikationen zurückgeführt. In Europa rechnet man mit mehr Todesfällen infolge der saisonalen Influenza als infolge von Verkehrsunfällen. Das ECDC schätzt, dass in der Europäischen Union (EU) jährlich 40.000 bis 220.000 Menschen an Influenza versterben – dem gegenüber stehen schätzungsweise 40.000 Verkehrstote.

Mit Influenzaviren infizieren sich jedes Jahr etwa zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung und bis zu 30 Prozent der Kinder. Bei älteren Erwachsenen nimmt die Influenza-Erkrankung in der Regel einen schwereren Verlauf, da deren Immunsystem naturgemäß nachlässt und sonstige Erkrankungen wie chronische Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen häufiger vorliegen. Hinzu kommt, dass die Influenza-Infektion bei Älteren und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen nicht nur eine Primärerkrankung hervorruft, sondern auch zu schweren sekundären medizinischen Komplikationen führen kann.

Hierzu zählen beispielsweise die sekundäre bakterielle Lungenentzündung und die Verschlechterung von Grunderkrankungen wie z. B. dekompensierte Rechtsherzinsuffizienz, Asthma und/oder Diabetes.

 

OTS/MSW, Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben