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Innere Medizin 1. Oktober 2008

Perkutane Alkohol-Instillationstherapie zur Behandlung des Hepatozellulären Karzinoms – eine randomisiert kontrollierte Studie

HINTERGRUND: Die perkutane Alkohol-Instillation (PEI) ist eine akzeptierte und häufig benutzte Therapie des Hepatozellulären Karzinoms (HCC). Ihr Einfluss auf das Überleben der behandelten Patienten wurde jedoch noch nie in einer randomisierten kontrollierten Studie gegen nicht invasive Behandlungsmodalitäten überprüft. STUDIENZIEL: Ziel der Studie was es, den klinischen Erfolg einer zusätzlichen PEI gegenüber keiner zusätzlichen Behandlung bei Patienten mit HCC zu überprüfen, die alle als Basistherapie eine hormonelle Behandlung mit langwirksamen Octreotide erhielten. METHODEN: 61 Patienten mit inoperablem HCC wurden einmal im Monat mit 30 mg lang wirksamen Octreotide i.m. behandelt. Nach Randomisierung erhielten 31 Patienten zusätzliche PEI-Therapien, 30 andere Patienten keine weiteren Therapiemaßnahmen. Die Anzahl der PEI-Therapien pro Patient wurde nach dem Tumordurchmesser zum Zeitpunkt der Diagnose stratifiziert: Bei Patienten mit einem Tumordurchmesser < 5 cm erfolgten 5 PEI Therapien in monatlichen Abständen, Patienten mit Tumoren zwischen 5 und 8 cm im DM erhielten 10 PEI-Therapien. Gesamtüberleben, progressionsfreies Intervall und Zeitspanne bis zum lokalen Tumorwachstum wurden zwischen den beiden Behandlungsgruppen verglichen. Die Gruppen waren hinsichtlich Alter, Geschlecht, Tumorstadium (BCLC), Child-Pugh-Stadium und Ätiologie der Lebererkrankung vergleichbar. ERGEBNISSE: Das mediane Überleben zwischen der Gruppe, die mit lang wirksamem Octreotide und PEI behandelt wurde (14 Monate; 95% CI: 9–28 Monate) und der Gruppe, die nur lang wirksames Octreotide erhielt (22 Monate; 95% CI: 10–30 Monate) war nicht unterschiedlich (log-Rank-Test: p = 0,9). Das progressionsfreie Überleben nach den RECIST-Kriterien war ebenfalls in beiden Gruppen nicht unterschiedlich (Median: 3 Monate [3–6 Monate 95% CI] vs. 6 Monate [3–7 Monate 95% CI], log Rank Test p = 0,63). Die Zeitspanne bis zur lokalen Tumorprogression war ebenfalls in beiden Gruppen nicht unterschiedlich (6 vs. 6 Monate). Der Verlauf von AFP und Lebensqualitätsparametern war in beiden Gruppen ähnlich. ZUSAMMENFASSUNG: Die zusätzliche Alkohol-Instillationstherapie bei Patienten mit HCC, die mit lang wirksamem Octreotide behandelt wurden, führte weder zu einem besseren Gesamtüberleben noch zu einem längeren progressionsfreien Überleben oder einer längeren Zeitspanne bis zur lokalen Tumorprogression.

Christian Müller, Maximilian Schöniger-Hekele, Rüdiger Schernthaner, Barbara Renner, Markus Peck-Radosavljevic, Andrea Brichta, Fritz Wrba, Martin Posch, Peter Bauer, Peter Ferenci, Alfred Gangl, Wiener klinische Wochenschrift

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