zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. Oktober 2008

Untersuchungen zu vektorübertragenen Parasiten bei Hunden auf den Kapverdischen Inseln

Im Rahmen einer Hilfsaktion auf den Kapverdischen Inseln (in der Hauptstadt Praia auf der Insel Santiago) wurden 57 Hunde auf Ektoparasiten und arthropodenübertragene Blutparasiten untersucht. Adspektorisch wurden bei 84% der Tiere Arthropodenbefall, zumeist mit Zecken, nachgewiesen. Blutparasiten wurden mittels Blutausstrich, Polymerase-Kettenreaktion und/oder serologisch detektiert. Dreiundzwanzig Hunde hatten eine Monoinfektion, fünf eine Mehrfachinfektion mit Blutparasiten. Acht Hunde wiesen eine Infektion mit Ehrlichia canis (Nachweis von DNA) auf, ein Tier Anaplasma phagocytophilum. Serologisch waren 43,1% der Tiere positiv für E. canis und 36,2% für A. phagocytophilum. Bei 23 Hunden konnten im Blutausstrich Babesia gibsoni nachgewiesen werden, jedoch nicht Babesia canis. In vier Fällen wurden Hepatozoon canis im Ausstrich gefunden. Larven von Dirofilaria spp. sowie Antikörper gegen Leishmanien wurden nicht nachgewiesen. Tiere mit Arthropodenbefall wiesen häufiger einen Befall mit Babesien (44%), Ehrlichien (19%) oder Hepatozoen (8%) auf als nicht infestierte Hunde (20%, 0%, 0%). Weibliche Tiere und Hunde bis zu einem Jahr wiesen deutlich häufiger Babesienstadien im Blut auf (48% bei weiblichen und 13% bei männlichen Hunden; 45% bei solchen unter einem Jahr und 26% bei älteren Tieren). Aufgrund der hohen Befallsraten ist der Import von Tieren von den Kapverden nach Mitteleuropa kritisch zu werten, da eine Endemisierung (sub-)tropischer Erreger nicht ausgeschlossen ist.

Marlene Kirchner, Adrian Brunner, Renate Edelhofer, Anja Joachim, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben