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Innere Medizin 1. Oktober 2008

Blauzungenkrankheit: Vektorenüberwachung in Österreich 2007

Die ursprünglich aus Südafrika bekannte Blauzungenkrankheit (bluetongue disease, BTD) ist seit Herbst 2006 durch Ausbrüche in den Niederlanden, Deutschland und Belgien ein zentrales Thema in Mitteleuropa. Von dieser Infektionskrankheit, von der Österreich bisher verschont blieb, sind vor allem Schafe, Rinder, aber auch Ziegen und Wildwiederkäuer betroffen. Überträger des Bluetonguevirus (BTV, Familie Reoviridae, Gattung Orbivirus), das in verschiedenen Serotypen auftritt, sind Gnitzen (Diptera: Ceratopogonidae) der Gattung Culicoides. Fünfzig Arten sind als Vektoren für Krankheiten bekannt. Seit Juni 2007 gibt es zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und der Dipteren-Sammlung des Internationalen Forschungsinstitutes für Insektenkunde am NHM eine Forschungskooperation zur Vektor-Überwachung in Österreich. Dafür wurden an fünfzig Standorten in ganz Österreich Schwarzlichtfallen in der Nähe von Viehbetrieben installiert und von Juni bis Dezember 2007 einmal wöchentlich in Betrieb genommen. Von den über 1,5 Millionen gesammelten Culicoides konnten 87,3% dem Obsoletus-Komplex, 6,7% dem Pulicaris-Komplex und 0,1% dem Nubeculosus-Komplex zugeordnet werden. Aus diesen drei Komplexen sind potenzielle Vektoren für das BTV für Mitteleuropa bekannt. Ein Anteil von 0,2% des Materials waren Culicoides-Arten, die keinem dieser drei Komplexe zugeordnet werden konnten, 5,7% konnten nicht auf Artniveau bestimmt werden. Die größten Individuenzahlen konnten im Juli und August festgestellt werden (allerdings war die Probennahme im Juni noch nicht in vollem Gange). Ab Oktober sanken sowohl die Gesamt- als auch die Culicoides-Zahlen beträchtlich.

Peter Sehnal, Silke Schweiger, Maria Schindler, Franziska Anderle, Yvonne Schneemann, Wiener klinische Wochenschrift

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