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Innere Medizin 1. Oktober 2008

Japanische Enzephalitis und Impfstoffe: Rück- und Ausblick

Das Japanische Enzephalitis Virus, welches durch Stechmücken übertragen wird, ist in Asien die häufigste Ursache für Enzephalitis. Jährlich werden 30.000 bis 50.000 Erkrankungs- sowie 10.000 Todesfälle von Japanischer Enzephalitis gemeldet, und Schätzungen sprechen von bis zu 100.000 Fällen. Es gibt keine kausale Therapie der Flavivirusinfektion. Zur Prophylaxe hingegen sind Impfstoffe vorhanden, welche in Asien regional erzeugt und verwendet werden. Die Produktion des einzigen Impfstoffes, welcher international zugelassen war, nämlich JE-VAX®, wurde 2005 eingestellt, weshalb Engpässe in der Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen Japanische Enzephalitis entstehen. Impfstoffe neuerer Generationen, welche auf Zellkulturen kultiviert werden, sind in Entwicklung. Beispielsweise wird eine inaktivierte Vakzine, welche auf Verozellen basiert und den Stamm Beijing-1 enthält, in Japan von Biken® und Kaketsuken® produziert. Eine weitere ist die inaktivierte Ganzvirusvakzine IC-51 (Stamm SA14-14-2), welche von der Österreichischen Firma Intercell® erzeugt wird. Ein dritter Impfstoff ist ebenfalls weit entwickelt, nämlich der gentechnisch hergestellte, chimäre Lebendimpfstoff ChimeriVax™-JE der Firma Acambis®, welche in Großbritannien und den USA ansässig ist. Die Impfstoffe neuer Generationen zeigen viel versprechende Ergebnisse und Markteinführungen werden in naher Zukunft erwartet. Die Impfstoffe weisen eine exzellente Verträglichkeit auf und werden nicht nur in hochendemischen Ländern mit hohen Infektionsraten Verwendung finden, sondern auch bei Reisenden und im Bereich des Militärs.

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