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Innere Medizin 1. Oktober 2008

Migrationsverhalten von Ctenocephalides felis auf Katzen und in deren Lagerstätten

Flöhe leben und entwickeln sich auf ihren Wirten, so dass es in Räumlichkeiten mit Tierhaltung relativ schnell zu einem Massenbefall kommen kann. Während sich die Adulten, das bedeutet nur ca. 1–5% der gesamten Flohpopulation, auf dem Wirt aufhalten, ist der überwiegende Anteil der Entwicklungsstadien (95–99%) unabhängig vom Tier im Habitat zu finden, also auf den Schlaf-, Ruhe- und Fressplätzen der Wirte. In einer ersten Studie wurden auf die Lagerplätze von 6 in getrennten Boxen gehaltenen Katzen (3♀, 3♂) jeweils 100 Flohpuppen verbracht. Bei der Kontrolle 5 Tage später wurden alle Tiere auf Flohbefall untersucht. Es fanden sich dort von 600 Puppen insgesamt 326 Flöhe (Ø: 54 Flöhe pro Katze) im Haarkleid wieder, wobei die Kater auffallend stärker befallen waren. In einer zweiten Studie wurden 6 separat gehaltene und mit jeweils 100 Flöhen infestierte Katzen mit 6 Floh-negativen Artgenossen zusammengebracht. In 3 Durchgängen wurden alle 12 Tiere 3, 6 bzw. 9 Tage post infestationem auf Flohbefall untersucht. Bei den vorab infestierten Katzen wurden bei den Kontrollen durchschnittlich 43 Flöhe pro Tier wieder gefunden. Dagegen waren die hinzugesetzten Katzen jeweils nur mit durchschnittlich 2 Flöhen befallen. Auch hier zeigten die männlichen Katzen insgesamt eine stärkere Tendenz zu Flohbefall. Die Befunde stützen die These, dass die Übertragung von Flöhen im wesentlichen von den Puppen in den Lagerstätten ausgeht und die häusliche Umgebung als Reservoir für Floh-Reinfestationen fungiert, wogegen Infestationen von Tier zu Tier offensichtlich eine Ausnahmeerscheinung darstellen.

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