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Foto: Privat
Prof. Dr. Martin Bischof
 
Innere Medizin 4. Dezember 2008

Das Insulinpumpenregister

Optimale Insulinversorgung mit besserer, aber aufwändigerer Therapieform.

Die Verbreitung der subkutanen Insulinpumpentherapie (CSII) hat in den letzten Jahren sowohl in Österreich als auch international stark zugenommen. Durch die kontinuierliche subkutane Zufuhr eines schnell wirksamen Insulinanalogons kann die basale Insulinabdeckung wesentlich besser an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden.

 

Die physiologische Insulinsubstitution resultiert in einer kleineren Schwankung der Blutzuckerwerte. Es verwundert daher nicht, dass in Metaanalysen die CSII besser abschneidet als die Basis-Bolus-Therapie: Sowohl der HbA1c-Wert als auch das Auftreten von Hypoglykämien kann reduziert werden. Die Patientenzufriedenheit unter CSII ist gegenüber der konventionellen intensivierten Insulintherapie signifikant verbessert. CSII ist heute bereits die Therapie der Wahl bei Kindern, bei Erwachsenen ist die Anwendung bei Diabetes mellitus Typ 1 etabliert. Gute Erfolge können aber bei speziellen Indikationen auch beim Typ-2-Diabetes erzielt werden. Aufgrund der klaren Datenlage wurde die Insulinpumpentherapie daher bisher auch von den Kostenträgern (Sozialversicherungen) erstattet.

Die Vorteile einer CSII können jedoch nur realisiert werden, wenn die Patienten von Spezialisten in etablierten Versorgungsstrukturen betreut werden. Aus diesem Grund hat sich die Österreichische Diabetesgesellschaft (ÖDG) entschlossen, einen Ausschuss für Insulinpumpentherapie zu initiieren, der die „Struktur-, Prozess- und Outcomequalitäten“ dieser Therapieform überprüfen soll. Der Ausschuss, der sich im Herbst 2007 konstituierte, hat folgende Zielsetzungen formuliert: Etablierung eines Insulinpumpen-Registers, Erarbeitung von Leitlinien zur Pumpentherapie, bessere Kommunikation zwischen den Pumpenzentren sowie Organisation von Fortbildungen.

Die Hauptaufgabe des Ausschusses wird in der Etablierung eines Insulinpumpenregisters gesehen. Mithilfe dieses Registers sollen nach Möglichkeit Patientendaten aller mit Insulinpumpen behandelten Patienten in Österreich gesammelt und weiter verfolgt werden. Dies wird langfristig einen Überblick über die Versorgungslage ermöglichen und auch, longitudinale epidemiologische Datenerhebungen durchzuführen.

In ersten Arbeitsschritten wurden Koordinatoren in den einzelnen Bundesländern bestimmt. Es wurden außerdem wurde ein Verteiler errichtet und eine erste Übersicht über die Pumpentherapie in Österreich erarbeitet. Zusätzlich wurden die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen für ein Pumpenregister ausgearbeitet. Das österreichische Pumpenregister verfügt auch über eine Homepage (www.insulinpumpen-register.at) und eine E-mail-Adresse ( ). Mit der Schaffung des Insulinpumpenausschusses der ÖDG und mit dem Insulinpumpenregister soll es einerseits möglich sein, die Basis für eine qualitätsorientierte Insulinpumpentherapie in Österreich zu schaffen, und andererseits die Vorteile dieser Therapieform langfristig zu dokumentieren.

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Von Prof. Dr. Martin Bischof, Ärzte Woche

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