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Innere Medizin 4. Dezember 2008

Prävention: Licht und Schatten

Ärztekammer zum Welt-Diabetes-Tag: Dorner fordert ein „Gesundheitsziel Diabetes“.

Schlechte Noten für österreichische Präventionsprogramme hält Ärztekammerpräsident Dorner als „bedenklich“ und appelliert, die Krankenkassen zu „Gesundheitskassen“ zu machen.

 

Als „deutliche Handlungsaufforderung“ an die Gesundheitspolitik versteht der Präsident der Österreichischen Ärztekammer Dr. Walter Dorner das Ergebnis des in Brüssel veröffentlichten neuen European Health Consumer Index. In diesem Vergleich von 31 internationalen Gesundheitssystemen ist Österreich unter anderem wegen mangelnder Prävention bei Diabetes von Rang 1 auf Rang 3 zurückgefallen.

Schulen miteinbeziehen

Dorner forderte vor diesem Hintergrund daher die Entwicklung eines nationalen Gesundheitsziels Diabetes: „Es kann nicht sein, dass eine reiche Nation bei dieser vermeidbaren Volkskrankheit anderen Ländern hinterherhinkt“, so der ÖÄK-Präsident am 14. November, dem Welt-Diabetes-Tag. Unumgänglich sei eine groß angelegte Diabetes-Präventionskampagne und ein Fach Gesundheitserziehung in den Schulen.

Aber auch die Erhöhung der Kassenausgaben für Prävention müsse ein Thema sein. Diese haben derzeit einen mageren Anteil von rund zwei Prozent. „Die Krankenkassen müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und endlich zu Gesundheitskassen werden und die jeweiligen Gesundheitsminister zu echten Vorreitern bei der Prävention“, forderte Dorner auch mit Blick auf die Versäumnisse der österreichischen Gesundheitspolitik bei der Tabakprävention. Die scheidende Ministerin habe bei diesen Punkten leider „kläglich versagt“. Die Tatsache, dass die europäischen Experten auch Versäumnisse bei der Impfung von Kleinkindern gesehen hätten, hält Dorner für „eine ganz besonders schmerzhafte Schlappe, da Impfungen das kleine Einmaleins moderner Prävention sind“.

Erleichtert äußerte sich der Ärztepräsident darüber, dass vom Euro Health Consumer Index trotz der massiven Bestrebungen, bei der Medizin immer mehr Geld einzusparen, weiterhin sehr gute medizinische Resultate und ein exzellenter Zugang zum Gesundheitswesen in Österreich gelobt werden. „Unser Land führt bei der Überlebensrate nach Krebs. Die Dauer der Wartezeiten beim Hausarzt sind gering, die Kindersterblichkeit in Ordnung, es gibt weniger Suizide, mehr Nierentransplantationen und eine Fülle weiterer positiver Erkenntnisse, die das Gerede von der schlechten Qualität selbst ernannter Gesundheitsökonomen Lügen strafen. Das freut mich als Ärztepräsident außerordentlich“, so Dorner.

 

Quelle: Aussendung der Österreichischen Ärztekammer

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