zur Navigation zum Inhalt
Foto: Takeda Pharma
 
Innere Medizin 4. Dezember 2008

Das Ende der Stagnation?

Die Zukunft in der Diabetologie wird von Experten optimistisch bewertet.

Beim diesjährigen Kongress der österreichischen Diabetologen in Baden wurden die derzeitigen und in Zukunft möglichen therapeutischen Maßnahmen diskutiert. Die Versprechungen der forschenden Industrie sind jedenfalls groß.

 

Die heurige Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) in Baden bei Wien (20 bis 22. November 2008) stand unter dem Motto „Innovationen in der Diabetologie – Fortschritt oder Stagnation?“. An sich sollte man davon ausgehen, dass Innovationen zumeist Fortschritt bedeuten, aber die Ergebnisse rezenter Studien haben uns eines Besseren belehrt. Die Gründe für diese Diskrepanz sind vielfältig und liegen in der komplexen Pathogenese des Diabetes, dem sich ständig ändernden Erscheinungsbild der Erkrankung und nicht zuletzt in der notwendigen Kooperation des Patienten. Hinzu kommt, dass der Diabetes mit einer Reihe von assoziierten Erkrankungen wie Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen verbunden ist, sodass eine komplexe Therapie notwendig wird.

Da die vorhandenen Medikamente jedoch in keiner Weise befriedigend hinsichtlich Wirkung, Nebenwirkungsprofil und Nachhaltigkeit sind, ist die Entwicklung innovativer Therapeutika unumgänglich. Gerade hier hat sich in den letzten Jahren nach einer Phase der Stagnation viel getan, sodass wir mit wirklichen Innovationen rechnen können. Doch auch diese Medikamente müssen erst ihre Sicherheit, langfristige Wirksamkeit und idealerweise einen zusätzlichen Nutzen jenseits der reinen Blutzuckersenkung zeigen, um die höheren Preise zu rechtfertigen.

Ein wichtiger Bestandteil der Diabetestherapie ist die Verbesserung der Betreuungsstruktur. Hier ist vor allem die Österreich-weite Umsetzung des Disease-Management-Programmes „Therapie aktiv“ zu erwähnen, welche nun mit aller Kraft betrieben werden muss. In diesem Zusammenhang kommt der Schnittstellenproblematik zwischen den Betreuungsebenen eine besondere Bedeutung zu, hier gibt es massiven Verbesserungsbedarf.

Foto: Takeda Pharma Foto: Privat

Prof. Dr. Bernhard Ludvik Der amtierende Präsident der ÖDG ist an der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel am AKH Wien tätig.

Von Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben