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Innere Medizin 1. Oktober 2008

Cholestase und metabolische Knochenerkrankung – eine Übersicht

Die hepatische Osteodystrophie, eine metabolische Knochenerkrankung – vorwiegend Osteoporose/Osteopenie, gelegentlich Osteomalazie – ist eine gravierende extrahepatische Manifestation einer chronisch cholestatischen Lebererkrankung. Eine verminderte Knochenmineraldichte wird in bis zu 60 % der Patienten mit chronischer Lebererkrankung gefunden, atraumatische Frakturen in etwa 20 %. Eine verminderte Knochenneubildung und eine verstärkte Knochenresorption charakterisieren die hepatische Osteodystrophie, primäre Risikofaktoren sind chronische Cholestase und fortgeschrittene Zirrhose. Pathogenetische Mechanismen sind: genetische Faktoren, Störungen im Stoffwechsel von Kalzium, Vitamin D, Vitamin K und Bilirubin, IGF-1 -Mangel, das RANKL/OPG System, Hypogonadismus, knochenschädigende Medikamente, Lifestyle-Faktoren (Rauchen, Alkoholismus, Immobilität), Malnutrition und niederer Body Mass Index. Ein Screening auf Osteopenie sollte erfolgen, reversible Risikofaktoren müssen korrigiert werden. Bisphosphonate sind derzeit die vorwiegend verwendeten spezifischen Medikamente zur Osteoporose-Behandlung bei chronischer Lebererkrankung. Nach orthotoper Lebertransplantation nimmt die Knochenmineraldichte im Langzeit-Follow-up zu. Frakturpräventionsstudien bei chronischen Lebererkrankungen sind dringend notwendig.

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