zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 20. November 2008

Gesunder Körper, gesundes Herz

Bewegung ist essentiell zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Was lange nur vermutet werden konnte, belegen nun harte Fakten.

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert sowohl das kardiovaskuläre Risiko als auch die kardiovaskuläre Mortalität. Inaktivität und sedante Lebensweise sind mit einer erhöhten Prävalenz des Metabolischen Syndroms und somit dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes mellitus assoziiert.

 

Insgesamt kann durch regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen um 30 bis 50 Prozent vermindert werden (Mora et al., Circulation 116: 2110–2118). In der Sekundärprävention führt die Steigerung der körperlichen Aktivität zu einer Reduktion der Gesamtmortalität um 27 Prozent und der KHK-Mortalität um 31 Prozent. Leitlinienempfehlungen der unterschiedlichen Fachgesellschaften zur Lebensstilintervention, wie jene der Österreichischen Diabetesgesellschaft (ÖDG), beinhalten grundsätzlich eine Steigerung der körperlichen Aktivität mit moderater Intensität und einer Frequenz von drei bis sieben Mal pro Woche für 30 bis 60 Minuten.

Zahlreiche Effekte

Zahlreiche Interventionsstudien zur körperlichen Aktivität konnten günstige Effekte auf das gesamte kardiovaskuläre Risikoprofil bestätigen. Hinsichtlich der einzelnen Risikofaktoren findet sich bei regelmäßiger körperlicher Aktivität eine Zunahme des HDL-Cholesterins, eine Reduktion der Blutdruckwerte um 3 bis 5 mm Hg sowie bei Diabetes mellitus eine Reduktion des HbA1c-Wertes um bis zu ein Prozent. Darüber hinaus werden die Hyperkoagulabilität und die subklinische Inflammation verringert sowie die Endothelfunktion verbessert. Die Steigerung der körperlichen Aktivität war eine wesentliche Therapiemaßnahme im Rahmen von Diabetespräventionsstudien, bei erfolgreicher Umsetzung der Ernährungsempfehlungen und des Bewegungsprogramms konnte das Diabetesrisiko um 58 Prozent reduziert werden.

Synergistischer Effekt

Therapieprogramme zur Gewichtsreduktion bzw. Stabilisierung empfehlen eine tägliche körperliche Aktivität moderater Intensität für 60 bis 90 Minuten täglich mit dem Anstreben eines wöchentlichen Energiemehrverbrauchs von 2.500–2.800 kcal. Die körperliche Aktivität führt dabei auch zu einer günstigen Beeinflussung der Body Composition mit einer Zunahme der Muskelmasse und Reduktion der viszeralen Fettmasse. Eine erhöhte kardiorespiratorische Fitness, wie sie durch Ausdauertraining erreicht werden kann, erleichtert die regelmäßige körperliche Aktivität im Alltag, erhöht den Energieverbrauch und ermöglicht damit die Stabilisierung des Körpergewichts nach erfolgreicher Gewichtsreduktion.

Hinsichtlich der pathophysiologischen Mechanismen bewirkt die regelmäßige Aktivität eine Zunahme der Insulinsensitivität über eine Steigerung der GLUT4-Translokation im Bereich der Skelettmuskulatur, eine Reduktion des Plasmaspiegels an freien Fettsäuren und über eine Verringerung der subklinischen Inflammation. Die körperliche Aktivität bewirkt eine Zunahme der Muskelmasse sowie der Mitochondriengröße und -aktivität und erhöht den muskulären Blutfluss. Die Ergebnisse großer epidemiologischer und Interventions-Studien belegen die Bedeutung der regelmäßigen körperlichen Aktivität in der Reduktion kardiovaskulärer Erkrankungen.

 

Die Autorin ist ärztliche Direktorin am LKH Hochzirl.

Von Prim. Prof. Dr. Monika Lechleitner, Ärzte Woche

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben