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Foto: Ärzte-Woche-Montage
Große Studien nahmen die Diabetiker unter die Lupe und attestieren ihnen ein besonderes kardiovaskuläres Risiko.
 
Innere Medizin 2. Jänner 2009

Herzen mit Zuckerguss sind verletzlich

Diabetes und koronare Herzkrankheit: Welche Risikofaktoren sind prädiktiv?

Kardiovaskuläre Ereignisse sind die häufigste Todesursache bei Patienten mit Diabetes. Besonders oft treten koronare Ereignisse auf – sie treffen fast jeden zweiten Diabetiker tödlich. Das gilt für Patienten mit Typ-1-Diabetes und ganz besonders bei Typ-2-Diabetikern. Es ist laut Studien allerdings sehr wahrscheinlich, dass eine gezielte Therapie von ausufernden Blutfettwerte dieses hohe kardiovaskuläre Risiko signifikant reduzieren könnte.

 

In Anbetracht des insgesamt hohen kardiovaskulären Risikos von Patienten mit Typ-2-Diabetes ist es entscheidend, Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse speziell bei diesen Patienten zu identifizieren. Zum einen können dadurch innerhalb der Risikopopulation von Patienten mit Diabetes Untergruppen mit besonders hohem Risiko erkannt werden, zum anderen eröffnet die gezielte Therapie dieser Risikofaktoren die Möglichkeit zur spezifischen kardiovaskulären Risikoreduktion.

Groß angelegte Untersuchung

Entscheidende Erkenntnisse zur Rolle von Risikofaktoren bei Patienten mit Typ-2-Diabetes ergab die United Kingdom Prospective Diabetes Study (UKPDS), in der bei über 5.000 Patienten mit neu diagnostiziertem Diabetes die Effizienz verschiedener Interventionen zur Reduktion Diabetes-bezogener Ereignisse über einen Zeitraum von initial etwa zehn Jahren untersucht wurde. Mehrere Auswertungen der Daten fokussierten auf die Bedeutung von Risikofaktoren bei den untersuchten Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Bei 3.055 Patienten ohne bekannte Atherosklerose trat in der UKPDS-Studie über einen medianen Zeitraum von acht Jahren bei elf Prozent ein Myokardinfarkt bzw. eine Angina pectoris auf. Männliches Geschlecht und höheres Alter zeigten ein erhöhtes Risiko für diese koronaren Ereignisse an. Prinzipiell modifizierbare Prädiktoren koronarer Ereignisse waren hohes LDL Cholesterin, niedriges HDL Cholesterin, Hyperglykämie, Hypertonie und Rauchen.

Weitere Analysen aus der UKPDS-Studie zeigten ein 14 Prozent höheres Risiko für einen Myokardinfarkt pro ein Prozent höheres HbA1c sowie ein elf Prozent höheres Risiko für einen Myokardinfarkt pro 10 mmHg höherem systolischen Blutdruck. Die Insulinsensitivität (berechnet mit dem HOMA-Index) war in der UKPDS-Studie nicht mit der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert. Determinanten des Risikos von Myokardinfarktpatienten, an ihrem Infarkt zu versterben, waren Alter, HbA1c, Blutdruck und Albuminurie.

Basierend auf Daten der UKPDS erlaubt die UKPDS risk engine eine Abschätzung des KHK-Risikos von Diabetespatienten mit Typ 2 in der klinischen Praxis. Für diese Abschätzung werden die Variablen HbA1c, systolischer Blutdruck, Gesamt- und HDL Cholesterin, Alter, Ethnizität, Raucherstatus, und Diabetesdauer verwendet.

Die UKPDS-Studie schloss Patienten mit neu diagnostiziertem Diabetes ein. Nur 7,5 Prozent dieser Patienten hatten zu Beginn der Studie bereits klinisch manifeste kardiovaskuläre Erkrankungen. Im Wesentlichen ist also die UKPDS ein Programm der Primärprävention. Das weitaus höchste Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben aber Patienten mit Diabetes in der Sekundärprävention, also Koronarpatienten mit Diabetes.

Forschungsergebnisse des VIVIT-Institutes

Die Untersuchung von Risikofaktoren bei Koronarpatienten mit Diabetes ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer eigenen Forschung am VIVIT-Institut in Feldkirch. In einer großen prospektiven Studie konnten wir bei über 700 angiographierten Koronarpatienten zeigen, dass die Trias von hohen Triglyzeriden, niedrigem HDL Cholesterin und kleinen LDL-Partikeldurchmessern nicht nur die charakteristische Lipidanomalie bei Koronarpatienten mit Typ-2-Diabetes darstellt, sondern auch ein ganz entscheidender Risikofaktor für zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse bei diesen Patienten ist. Weitere Analysen machten klar, dass dieses Dyslipidämie-Muster auch wesentlich für das hohe Risiko von Koronarpatienten mit dem Metabolischen Syndrom verantwortlich ist. Hohe Triglyzeride und niedriges HDL-Cholesterin sagten die kardiovakuläre Prognose sogar besser voraus als die globale Diagnose des Metabolischen Syndroms. Unsere Arbeiten zeigten darüber hinaus, dass Insulinresistenz, welche pathophysiologisch eng mit hohen Triglyzeriden, niedrigem HDL-Cholesterin und kleinen LDL-Partikeln assoziiert ist, bei Koronarpatienten mit Diabetes stark mit der Inzidenz vaskulärer Ereignisse assoziiert ist.

Statine allein sind nicht genug

Die Statintherapie ist ein Eckpfeiler des modernen Risikomanagements von Koronarpatienten; ein Großteil der Patienten mit KHK erhält heute ein Statin. Dennoch bleibt das Risiko gerade von KHK-Patienten mit Diabetes sehr hoch. Es drängt sich nun natürlich die Frage auf, welche Risikofaktoren bei statinbehandelten Koronarpatienten mit Diabetes vaskuläre Ereignisse voraussagen können. Unsere Arbeitsgruppe fand, dass – wie überhaupt bei Koronarpatienten – besonders bei statinbehandelten Koronarpatienten mit Diabetes hohe Triglyzeride, niedriges HDL Cholesterin und kleine LDL-Partikeldurchmesser entscheidende Risikofaktoren für vaskuläre Ereignisse darstellen, also jene Parameter, die durch die primär LDL-Cholesterin senkende Statintherapie nur wenig beeinflusst werden. Das LDL Cholesterin selbst war bei unseren statinbehandelten Koronarpatienten mit Diabetes nicht prädiktiv für vaskuläre Ereignisse.

Genetisch determinierte Risikofaktoren

Ein besonders interessanter und in der Literatur viel diskutierter Lipidrisikofaktor ist das Lipoprotein(a), welches strukturell dem LDL verwandt ist. Wir konnten zeigen, dass Lipoprotein(a) zwar bei Koronarpatienten ohne Diabetes einen wichtigen kardiovaskulären Risikofaktor darstellt, dass es aber nichts über die Prognose von Koronarpatienten mit Diabetes aussagt. Interaktions-Analysen zeigten, dass Lipoprotein(a) bei Patienten mit Diabetes ein signifikant schwächerer Risikofaktor ist als bei Koronarpatienten ohne Diabetes. Ähnliche Ergebnisse fanden wir auch für einen genetischen Risikofaktor, den PAI-1-675 4G/5G Polymorphismus, der wie das Lipoprotein(a) eine Rolle im Gerinnungsstoffwechsel spielt: Das 4G Risikoallel dieses Polymorphismus war bei Patienten mit Diabetes signifikant weniger prädiktiv für vaskuläre Ereignisse als bei Koronarpatienten mit Diabetes. Diese Befunde könnte man damit erklären, dass Typ-2-Diabetes per se ein proatherogener und prothrombotischer Zustand ist. Risikofaktoren wie Lipoprotein(a) und PAI-1-Polymorphismen, die nicht pathophysiolgisch mit Insulinresistenz (und damit mit Typ-2-Diabetes) assoziiert sind, scheinen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht mehr entscheidend ins Gewicht zu fallen.

Fettwerte im Auge behalten

Die Bedeutung kardiovaskulärer Risikofaktoren kann also bei Patienten mit Diabetes und bei Patienten ohne Diabetes verschieden sein. Unsere Arbeiten zeigen eine besondere Bedeutung von hohen Triglyzeriden und niedrigem HDL Cholesterin für das kardiovaskuläre Risiko bei Koronarpatienten mit Diabetes. Es erscheint deshalb sehr gut möglich, dass eine gezielte Therapie dieser Lipidanomalien das hohe kardiovaskuläre Risiko von Koronarpatienten mit Diabetes reduzieren könnte. Drei große laufende Studien (AIM-HIGH, HPS-2-Thrive, und der Lipidarm der ACCORD Studie) werden zeigen, welchen kardiovaskulären Nutzen eine Triglyzerid-senkende/HDL-steigernde Therapie bei statinbehandelten Koronarpatienten mit Diabetes bringt.

 

Prof. Dr. Heinz Drexel ist Leiter der Abteilung für Innere Medizin und Forschung VIVIT des Landeskrankenhauses Feldkirch. Doz. Dr. Christoph Säly ist ebenfalls an der Abteilung für

Innere Medizin und am VIVIT-Institut tätig.

 

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Foto: Ärzte-Woche-Montage

Große Studien nahmen die Diabetiker unter die Lupe und attestieren ihnen ein besonderes kardiovaskuläres Risiko.

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Prof. Dr. Heinz Drexel Leiter der Abteilung für Innere Medizin und Forschung VIVIT des Landeskrankenhauses Feldkirch

Von Doz. Dr. Christoph H. Säly und Prim. Prof. Dr. Dr.hc. Heinz Drexel, Ärzte Woche

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 24.01.2011 um 20:44:

    „Vermindern die Pflanzenwirkstoffe Antioxidans das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Mellitus Typ 2 und seine Folgen ? !


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Registered Doctors'Association
    53140 Bonn / GERMANY


    Die Pflanzenwirkstoffe Antioxidans Resveratrol, Olivenpolyphenole (Oleuropein, Hydroxytyrosol) und Lycopin wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, den Fett- und Cholesterinstoffwechsel, die Vorbeugung von Krebs, entzündlichen Prozessen sowie auf die Lebensverlängerung von Zellen aus .

    Resveratrol gehört zu den besonders hoch wirksamen Radikalfängern aus der Natur und ist daher in der Lage, oxidativen Stress zu minimieren. Zudem besitzt es die Eigenschaft eines ambiphilen Antioxidans, da es sowohl fett- als auch wasserlöslich ist. Aufgrund der vielfältigen pharmakologischen Wirkungen von Resveratrol werden Risikofaktoren betreffend Herz, Gefäße, Blutdruck, Demenz und entzündliche Prozesse vermindert.


    Pharmakologische Wirkungen von Resveratrol :-

    1.- schützt vor Herz- und Gefäßverkalkung (Demenz)
    2.-HDL, LDLØ
    3.-direkte und indirekte gefäßerweiternde Wirkung
    4.-Hemmung der Thrombozytenaggregation
    5.-chemopräventiv (Darm, Brust, Prostata, Haut, Lunge)
    6.-Antitumorwirkung (Tumorwachstum gehemmt, Apoptose gefördert)
    7.-entzündungshemmend (COX1- und COX2-Hemmung)
    8.-starkes Antioxidans (sowohl fett- als auch wasserlöslich)
    9.-dosisabhängige phytoöstrogene Effekte
    10.-Lebensverlängerung von Zellen (Anti-Aging)


    Bioverfügbarkeit:-

    Auch sehr hohe Dosen (25 mg) oral verabreichtes trans-Resveratrol werden noch mit etwa 70% absorbiert. Dessen Plasmahalbwertszeit bzw. seiner bekannten Metaboliten liegt bei durchschnittlich 9 Stunden. Nur ein geringer Anteil von Resveratrol bleibt dabei unverändert im Plasma. Diesbezüglich dürften potenziell aktive, zum Teil unbekannte Metaboliten für die vielfältigen pharmakologischen Wirkungen verantwortlich sein. Der Resveratrol-Abkömmling Piceatannol besitzt etwa die 1000fache antioxidative Kapazität von trans-Resveratrol. Ein Großteil der oral verabreichten Dosis wird sulfatiert oder glucuronitiert im Harn wiedergefunden.

    Die antioxidative Potenz von Polyphenolen, Flavonoiden und Stilbene-Derivaten könnte somit auch immunmodulatorisch von Bedeutung sein, Substanzen wie Resveratrol wurden bereits mehrfach als antiinflammatorisch wirksam beschrieben. So weisen die österreichischen Beobachtungen darauf hin, dass antioxidative Weininhaltsstoffe neben der direkten Entgiftung von ROS auch deren Bildung durch Unterdrükkung der Interaktion zwischen T-Zellen und Makrophagen vermindern .

    Diese o.g. wissenschaftlichen Tatsachen stammen aus den internationalen wissenschaftlichen Veröffentlichenungen und unseren Beobachtungen in den mediterranen Ländern .

    Mediterrane Bevölkerungsgruppen weisen aufgrund ihrer gesunden Ernährung eine höhere Lebenserwartung auf.

    Diesbezüglich kommt neben Omega-3-Fettsäuren insbesondere den sekundären Pflanzenstoffen Resveratrol, Olivenpolyphenolen (Oleuropein, Hydroxytyrosol) und Lycopin ein bedeutender Stellenwert in der Prävention altersbedingter Erkrankungen zu.

    Eine sehr kleine inverse Assoziation zwischen der Einnahme insgesamt Obst und Gemüse und Krebsrisiko wurde in EPIC-Studie „“ EPIC-Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2010; doi: 10.1093/jnci/djq072 „“ beobachtet. Angesichts der geringen Größe der beobachteten Assoziationen, ist Vorsicht bei der Interpretation der EPIC-Studie zu empfehlen .

    Vermindern die Pflanzenwirkstoffe Antioxidans das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Mellitus Typ 2 und seine Folgen ? !

    Reduce the antioxidant plant compounds the risk of heart attack, stroke, diabetes mellitus type 2 and its consequences? !
    Réduire l'usine de composés antioxydants le risque de crise cardiaque, accident vasculaire cérébral, de diabète sucré de type 2 et ses conséquences ? !
    Minska antioxidant ämnen från växter risken för hjärtinfarkt, stroke, diabetes mellitus typ 2 och dess konsekvenser ? !

    Reduser antioksidant plantesammensetninger risikoen for hjerteinfarkt, hjerneslag, diabetes mellitus type 2 og dens konsekvenser ? !



    Literatur beim Verfasser.


    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Palestine Medico International Doctors Association ( P.M.I.) registered association.

    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale

    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

    &


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Palestine Medico International Doctors Association ( P.M.I.) registered association.

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    Département de la recherche médicale

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