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Innere Medizin 19. November 2008

Soziale Sterblichkeitsunterschiede haben zugenommen

Höhergebildete profitieren vom allgemeinen Rückgang bei ischämischen Herzerkrankungen.

Im Rahmen einer nationalen Studie wurde untersucht, welche Todesursachen vorwiegend für die Zunahme der sozial bedingten Mortalitätsunterschiede in Österreich verantwortlich sind.

 

Dass sich Bildung beziehungsweise ein höherer sozialer Status positiv auf die Lebenserwartung und die Gesundheit auswirkt, ist seit langem bekannt. Bedauerlicherweise kam es in den letzten Jahren nicht zu einem Rückgang, sondern zu einer Zunah-me dieser sozialen Ungleichheit in der Sterblichkeit. Dies wurde vorwiegend auf Trends in den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgeführt. Eine Analyse jener Krankheiten, die für den Anstieg dieser Ungleichheiten verantwortlich sind, könnte wichtige Aufschlüsse über zukünftige gesundheitspolitische Entscheidungen geben.

Eine in Österreich durchgeführte Studie des Vienna Institute of Demography, Astrian Academy of Sciences, Wien, bezieht sich auf die Dekade 1981 bis 1991, in der sich die sozialen Mortalitätsunterschiede am stärks-ten veränderten. Sie zeigt, dass Höhergebildete deutlich stärker vom allgemeinen Rückgang bei ischämischen Herzerkrankungen profitierten als Personen mit niedrigerer Bildung. Bei den Männern war diese Entwicklung stärker ausgeprägt als bei den Frauen. Bei Letzteren trugen auch zunehmende Ungleichheiten bei Diabetes und Darmkrebs zum generellen Anstieg der sozial bedingten Sterblichkeitsunterschiede bei.

Die Ursache für die Divergenz ist vor allem im weiteren Auseinanderstreben beim Gesundheitsverhalten zu suchen. Menschen mit einer höheren Ausbildung scheinen sich aufgrund eines Informationsvorsprungs schneller dem empfohlenen Lebensstil hinsichtlich Ernährung, Bewegung und Rauchen angenähert zu haben. Vermutlich profitierten Bessergestellte in den 1980er-Jahren auch mehr von neuen medizini- schen Behandlungsmethoden und nahmen häufiger Vorsorgeuntersuchungen wahr.

 

Die Originalstudie können Sie in der Wiener klinischen Wochenschrift (WKW) 17–18/2008, Verlag SpringerWienNewYork, nachlesen.

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