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Innere Medizin 1. Juli 2008

Zwei Fälle von akuter, transienter Hyperthyreose nach chirurgischer Therapie des tertiären Hyperpara

Die chirurgische Entfernung vergrößerter Epithelkörperchen ist bei tertiärem renalen Hyperparathyreoidismus die Therapie der Wahl. Wir berichten über 2 Patienten mit terminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz, die nach Entfernung aller Epithelkörperchen eine transiente Hyperthyreose entwickelten. Keiner der beiden männlichen Patienten hatte anamnestische, laborchemische oder radiologische Hinweise für eine Schilddrüsenerkrankung, noch nahmen sie Substanzen, die den Hormonstoffwechsel beeinflussten. Zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion (TSH, fT3 und fT4) wurden Blutproben präoperativ, an den ersten postoperativen Tagen (zur Charakterisierung des zeitlichen Ablaufes) und drei Monate nach dem Eingriff abgenommen. Bei beiden Patienten führte die vollständige Parathyreoidektomie mit autologer Epithelkörperchen-Transplantation zur Normalisierung der exzessiv erhöhten intakten PTH-Werte. Eine akute Hyperthyreose entwickelte sich unmittelbar nach dem chirurgischen Eingriff. Es kam zu einem raschen Anstieg von fT3 (höchster Wert am 3. bzw. 7. postoperativen Tag) und fT4 (höchster Wert am 3. postoperativen Tag) bei beiden Patienten. Der TSH Wert fiel gleichzeitig unter den Normbereich an die Nachweisgrenze. Eine Normalisierung der peripheren Schilddrüsenhormone konnte nach 14 bzw. 21 Tagen beobachtet werden. Kein Patient zeigte Symptome einer Thyreotoxikose. Eine transiente Hyperthyreose nach totaler Parathyreoidektomie wegen eines therapierefraktären tertiären renalen Hyperparathyreoidismus könnte eine wenig beachtete Komplikation dieses Eingriffes darstellen. Es erscheint daher angezeigt, in der frühen postoperativen Phase laborchemisch und klinisch nach einer Hyperthyreose zu suchen.

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