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Innere Medizin 1. September 2008

Häufung von durch Stenotrophomonas maltophilia verursachten Endokarditis-Fällen nach Aortenklappen-E

In einem Zeitraum von 3 Jahren wurde eine frühe postoperative Endokarditis der Klappenprothesen mit Stenotrophomonas maltophilia bei 7 Patienten (davon 2 Männer) im Alter von 68 bis 84 Jahren (mittleres Alter 78,1 Jahre) diagnostiziert. Bei allen Patienten war die Aortenklappe ersetzt worden. S. maltophilia wurde jeweils aus mindestens 2 Blutkulturen isoliert. Vier Patienten erlitten Embolien in das ZNS. Drei Patienten verstarben. Alle Patienten wurden mit Ceftazidime, einer in Kombination mit Amikacin, einer mit Ciprofloxacin, und einer mit Levofloxacin behandelt. Nachdem eine gemeinsame Infektionsquelle im Operationssaal vermutet wurde, wurden 24 Umweltproben abgenommen von denen 2 S. maltophilia enthielten. Eine molekulare Typisierung durch gepulste Feld-Gel-Elektrophorese (PFGE) wurde in sechs der sieben klinischen Isolate und in zwei der Proben aus der Umwelt im Operationssaal durchgeführt. Die Patienten-Isolate waren gegen Gentamycin, Ciprofloxacin, Trimethoprim/Sulfamethoxazol und – außer in einem Fall – auch gegen Amikazin und Piperacillin/Tazobactam resistent; eine Empfindlichkeit der Proben bestand gegenüber Ceftazidime und Levofloxacin. Die Proben aus der Umwelt waren im Gegensatz dazu gegen Ceftazidime resistent und intermediat auf Ciprofloxacin bzw. ganz auf Trimethoprim/Sulfamethoxazol empfindlich. Die PFGE zeigte nicht unterscheidbare oder sehr ähnliche (nur ein bis drei Banden unterschiedlich) PFGE Muster bei sechs Patienten. Das PFGE Muster der Umweltproben war klar unterschiedlich. Trotz intensiven Suchens konnte keine gemeinsame Infektionsquelle gefunden werden. Nach gründlicher Reinigung und anderen hygienischen Maßnahmen traten in den nächsten zwei Jahren keine neuen Fälle mehr auf.

Manica Müller-Premru, Tone Gabrijelčič, Borut Geršak, Jana Kolman, Nataša Švent-Kucina, Vesna Špik, Tatjana Lejko-Zupanc, Wiener klinische Wochenschrift

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