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Innere Medizin 1. Juli 2008

Assoziation von Stress-Hyperglykämie und Vorhofflimmern bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt

HINTERGRUND: Eine Stress-Hyperglykämie hat einen negativen Einfluss auf die Prognose von Patienten mit akutem Myokardinfarkt (AMI). Über die Beziehung zwischen Hyperglykämie und Rythmusstörungen bzw. Vorhofflimmern (AF) ist wenig bekannt. Unsere Arbeitshypothese war, dass eine Stress-Hyperglykämie und AF – beides Prädiktoren einer schlechten Prognose der frühen Post-Infarkt-Phase – assoziiert sein könnten. Wir analysierten daher den Zusammenhang zwischen Stresshyperglykämie und Vorhofflimmern bei Patienten mit AMI. ERGEBNISSE: Die Prävalenz von AF war bei bei 200 Patienten mit AMI und einer Stresshyperglykämie (≥ 8,0 mmol/l Aufnahmeglukose) mit 15,00% signifikant höher als bei 343 Infarkt-Patienten mit einer Glykämie von < 8 mmol/l (7,87%) (Pearson's Chi-Quadrat p = 0,010, OR = 2,07 (95% Cl 1,180–3,637). Bei Patienten ohne Stresshyperglykämie (< 8,0 mmol/l) und ohne AF war die Krankenhausmortalität 1,67%, bei Patienten mit Stresshyperglykämie ohne AF 3,85%; bei AF ohne Stresshyperglykämie 13,04%, und wenn sowohl Stresshyperglykämie als auch AF vorlagen, war die Mortalität mit 24,14% am höchsten. Die Hyperglykämie (r = 0.1680, p = 0,0472) korrelierte im Gegensatz zum AF mit der Größe des AMI. Die Prävalenz von AF war in der normoglykämischen Gruppe (8,28%) niedriger, als bei Patienten mit Diabetes mellitus (DM) (14,65%) (Pearsons Chi-Quadrat p = 0,02; OR = 2,04) (95% Cl 1,06–3,93). Es bestand kein Unterschied im Auftreten eines AF zwischem vorbestehendem DM oder "de novo" DM (Fishers exact test p = 0.34). ZUSAMMENFASSUNG: Eine Stresshyperglykämie (≥ 8,0 mmol/l) ist mit einem erhöhtem Auftreten eines AF bei Patienten mit AMI vergesellschaftet. Bei Patienten mit gleichzeitiger Stresshyperglykämie und AF ist die Krankenhausmortalität nach Herzinfarkt signifikant erhöht. Stresshyperglykämie war ein unabhängiger Prädiktor der Prognose in einer multivariaten Analyse, AF jedoch nicht.

Goran P. Koracevic, Sladjana Petrovic, Miodrag Damjanovic, Teodora Stanojlovic, Wiener klinische Wochenschrift

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