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Innere Medizin 1. März 2008

Lemierre-Syndrom nach Infektiöser Mononukleose

Wir berichten über eine 18-jährige Patientin, die nach einem protrahierten Verlauf einer Infektion der oberen Atemwege (Pharyngitis, Sinusitis) mit dem Bild einer respiratorischen Insuffizienz bei septischem Schock auf die medizinische Intensivstation in Innsbruck aufgenommen wurde. Als Fokus entpuppte sich eine abszedierende Pneumonie mit massivem Pleuraempyem. Als verantwortlicher Erreger konnte Fusobacterium necrophorum aus dem Pleurapunktat gezüchtet werden. Neben dem Bild eines Multiorganversagens (respiratorische Insuffizienz (ALI), akutes Nierenversagen, disseminierte intravaskuläre Gerinnungsstörung) entwickelte die Patienten eine Schwellung im Bereich des Halses rechts und anschließend eine septische Arthritis des rechten Sternoclaviculargelenks. Eine genaue Anamnese und Erhebung der auswärtigen Vorbefunde erbrachte den Hinweis auf eine vorangegangene Episode einer Epstein-Barr Virus Infektion. Die zuvor gesunde Frau konnte nach einem protrahierten Verlauf nach antibiotischer Therapie und mehrfachen chirurgischen Interventionen in gutem Allgemeinzustand wieder entlassen werden. Das Lemierre-Syndrom ist eine schwer verlaufende Infektionserkrankung, charakterisiert durch Pharyngitis, Sepsis und Thrombose der Vena Jugularis Interna. Als verantwortlicher Keim wird in der Mehrzahl der Fälle Fusobacterium necrophorum gefunden. Eine vorangegangene Infektion mit EBV erleichtert das Eindringen des Keimes aus dem Oropharynx in die Blutbahn.

Katja Garimorth, Jordan Kountchev, Romuald Bellmann, Barbara Semenitz, Günther Weiss, Michael Joannidis, Wiener klinische Wochenschrift

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