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Innere Medizin 1. Februar 2008

HIV und Erkrankungen des Myokards

Die Erkrankung des Herzmuskels ist die wichtigste kardiovaskuläre Manifestation einer HIV Infektion. Mit Zunahme der Lebenserwartung der Patienten wird ihre Prävalenz wahrscheinlich zunehmen. Sie kann sich als Myokarditis, als dilatative Kardiomyopathie, oder als isolierte Dysfunktion des linken oder rechten Ventrikels manifestieren. Die myokardiale Beteiligung bei einer HIV Infektion ist multifaktoriell: Sie kann eine Folge der myokardialen Invasion mit HIV selbst sein, aber auch auf Grund von opportunistischen Infekten, Virusinfektionen, autoimmunen Reaktionen auf eine Virusinfektion, einer medikamentös bedingten Kardiotoxizität, Unterernährung, sowie als Folge der lang andauernden Immunsuppression entstehen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind betroffen. Der Schweregrad des myokardialen Befalls reicht vom autoptischen Zufallsbefund mikroskopisch sichtbarer myokardialer Entzündung bis zur klinisch wirksamen Herzerkrankung mit chronischer kardialer Funktionsstörung. Die Prognose ist schlecht und resultiert bei 5% aller HIV Patienten im symptomatischen Herzversagen. Studien aus der Zeit vor der Einführung der hoch aktiven antiretroviralen Therapie (HAART) zeigen eine ungefähr 30%ige Prävalenz einer Kardiomyopathie bei Patienten mit AIDS. Die HAART hat den Verlauf der HIV-Erkrankung deutlich verändert: die Überlebenszeit wurde verlängert und die Lebensqualität der mit HIV infizierten Patienten wurde verbessert. Gute Evidenz deutet darauf hin, dass die HAART auch das Vorkommen der kardiovaskulären Manifestationen einer HIV Infektion significant reduziert. Im Vergleich zur "Prä-HAART-Ära" wurde die Prävalenz der HIV assoziierten Kardiomyopathie durch HAART um fast das 7-fache reduziert. Dies wird als Folge der Vermeidung von opportunistischen Infektionen und der Reduktion des Auftretens einer Myokarditis aufgefasst. Die HAART steht allerdings nur einer Minderheit der mit HIV infizierten Individuen zur Verfügung. In den meisten Gebieten der Welt gelten heute noch die in der "Prä-HAART-Ära" erhobenen Prävalenzdaten. In der vorliegenden Übersicht werden die Ätiologie, die Pathogenese und die Klinik der HIV-assoziierten myokardialen Erkrankung dargestellt und Maßnahmen zur Überlebensverbesserung diskutiert.

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