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Innere Medizin 1. August 2008

Nadelstichverletzungen bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen: Berufsrisiko oder vermeidbare Gefährdun

EINLEITUNG: Ziel dieser Studie war die Erhebung der Häufigkeit und Ursachen von Nadelstichverletzungen bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen sowie die Darstellung möglicher präventiver Maßnahmen. METHODEN: Mit Hilfe zweier unabhängiger anonymer Fragebogenerhebungen wurden Daten über Nadelstichverletzungen von Mitarbeitern eines deutschen Universitätsklinikum erhoben. Um die Vermeidbarkeit der Nadelstichverletzungen zu kalkulieren, wurden im ersten Studienabschnitt Anzahl und Art der Nadelstichverletzungen ermittelt, im zweiten Abschnitt die Ursachen und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. ERGEBNISSE: Nadelstichverletzungen wurden durch unsichere Handlungsabläufe, schwierige Arbeitsbedingungen und unsichere Arbeitsgeräte verursacht. In unserer Studie hatten innerhalb der letzten zwölf Monate 31,5% (n = 503/1598) der Befragten mindestens eine Nadelstichverletzung erlitten. Die Rate des Underreporting lag bei circa 75%. Durchschnittlich 50,3% (n = 492/978) der stattgehabten Nadelstichverletzungen hätten durch die Verwendung von sogenannten sicheren Instrumenten vermieden werden können, wohingegen lediglich 15,2% der Nadelstichverletzungen durch organisatorische Maßnahmen vermeidbar gewesen wären. Nach der Einführung der sicheren Instrumente, gaben 91,8% der Mitarbeiter an, mit den sicheren Instrumenten zufrieden zu sein, 83,4% der Beschäftigten waren davon überzeugt, dass sich durch die Verwendung von sicheren Instrumente die Arbeitssicherheit erhöhen würde. DISKUSSION: Die berufliche Exposition gegenüber Blut ist ein häufiges Problem der Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Eine systematische und kontinuierliche Erfassung von Nadelstichverletzungen ist unabdingbar, um riskante Praktiken und Arbeitsbedingungen zu identifizieren. Präventive Maßnahmen, beispielsweise die Einführung von sicheren Instrumenten sowie die Schulung sicherer Arbeitsabläufe, sollten im weiteren Zeitverlauf implementiert werden.

Sabine Wicker, Ann-Marie Ludwig, René Gottschalk, Holger F. Rabenau, Wiener klinische Wochenschrift

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