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Innere Medizin 1. Jänner 2008

Kytococcus schroeteri: ein wahrscheinlich zu selten diagnostizierter Erreger der Prothesen-Endocardi

Kytococcus schroeteri ist ein kürzlich neu beschriebenes Gram-positives Bakterium, das bisher überwiegend bei Infektionen künstlicher Herzklappen isoliert werden konnte. Charakteristisch für dieses Pathogen ist seine Resistenz gegenüber Penicillinen, einschließlich Isoxazolylpenicillinen, so dass die Therapie mit einem Glykopeptid und der Klappenersatz erste therapeutische Optionen darstellen. Wir beschreiben hier den Fall einer 38 Jahre alten Diabetikerin, bei der 7 Jahre nach Ersatz der Aortenklappe bei Ventrikelseptumdefekt eine Vegetation auf dieser Klappe mittels transoesophagealem Echokardiogramm dokumentiert werden konnte. 2 Monate nach einer Abrasio konnte bei Temperaturen bis 39,1 °C aus insgesamt acht Blutkulturen Kytococcus (K.) schroeteri kultiviert werden. Die Antibiotikatherapie wurde mit Vancomycin, Rifampicin und Gentamicin begonnen und führte in der Folge zu einer raschen klinischen Besserung und einer in den Nachuntersuchungen unauffälligen Bildgebung. Dieser Fall ist von besonderem Interesse, da hier erstmals bei einer Prothesen-Endokarditis durch K. schroeteri eine Reoperation vermieden werden konnte. Darüber hinaus legen die seit der Erstbeschreibung 2002 publizierten 4 Fallberichte von Kunstklappen-Endokarditiden durch K. schroeteri ein erhebliches diagnostisches Defizit in den Jahren zuvor nahe.

Christian Aepinus, Esther Adolph, Christof von Eiff, Andreas Podbielski, Michael Petzsch, Wiener klinische Wochenschrift

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