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Innere Medizin 1. Jänner 2008

Nahezu simultaner atherothrombotischer Verschluss zweier Koronargefäße stellt die Theorie des einzel

HINTERGRUND: Die Auslösung eines akuten Myokardinfarkt infolge eines fast gleichzeitigen proximalen atherothrombotischen Verschlusses der rechten Koronararterie und des Ramus interventricularis anterior der linken Koronararterie als Resultat einer durch mechanischen Stress bedingten Plaqueruptur ist unwahrscheinlich. AKUTES MANAGEMENT: Durch eine sofortige interventionelle Therapie konnten beide Gefäße rekanalisiert und jeweils ein TIMI-III-Fluss wiederhergestellt werden. Es wurde eine Bolusinjektion sowie anschließend eine kontinuierliche Infusion mit Abciximab verabreicht, um die Myokardperfusion zu optimieren. DIAGNOSTIK: Bei Aufnahme waren die Leukozytenzahl stark und das C-reaktive Protein mäßig erhöht. Nach der katheterinterventionellen Rekanalisation erhöhte sich das C-reaktive Protein weiter deutlich, bevor es schließlich nach zwei Tagen abfiel. VERLAUF: Dreißig Tage nach dem Ereignis war der Patient beschwerdefrei und hatte sich vollständig erholt. Echokardiographisch wurde eine gering- bis mittelgradige globale Hypokinesie nachgewiesen. SCHLUSSFOLGERUNG: Eine generalisierte Entzündung vergesellschaftet mit einer multifokalen Plaqueruptur und nachfolgendem Zweigefäßinfarkt ist wegen der Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Herztodes selten zu beobachten und zeigt andererseits, dass zumindest diese Infarktereignisse nicht durch die weithin akzeptierte Theorie des einzelnen und mechanisch alterierten vulnerablen Plaques erklärt werden können.

Thomas Bartel, Renate Hiemetzberger, Silvana Müller, Otmar Pachinger, Wiener klinische Wochenschrift

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