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Innere Medizin 1. November 2007

Entwicklung eines pharmakodynamischen Prüfmodells mit Entamoeba histolytica

Durch Entamoeba histolytica verursachte menschliche Amöbiasis ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet und kommt auch in benachbarten Ländern der gemäßigten Breiten vor. Invasive Amöbiasis löst Dysenterie aus. Durch hämatogene Streuung entstehende Leber-, Lungen- und Hirnabszesse führen nicht selten zum Tod. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit der verfügbaren spezifischen Medikamente ist mangelhaft. Um die Prüfung neuer Wirkstoffe zu erleichtern wurde ein in vitro System entwickelt, welches die Ermittlung der spezifischen Aktivität gegen E. histolytica gestattet. PYE Medium mit Zusatz von Rinderserum eignet sich zur Erhaltung der Dauerkultur von Entamoeba histolytica Stamm HM1:1MSS. Für die Sensibilitätsprüfung erwiesen sich Waymouth Medium und aerobe Kultur als zuverlässig. Nach Adaptation des Systems an 96-Loch- (8 × 12) Gewebekulturplatten wurden Sensibilitätsprüfungen mit Metronidazol, Dehydroemetin und Dihydroartemisinin als aktive Kontrollsubstanzen und 7 verschiedenen Extrakten von Stemona tuberosa, Aglaia edulis, Aglaia elaeagnoidea und Aglaia odorata durchgeführt. Rindenextrakt von Aglaia elaeagnoidea war am wirksamsten mit IC99 = 496 ng/ml und Steigung S = 1,1325, gefolgt von einem Blattextrakt aus Stemona tuberosa mit IC99 = 638 ng/ml und Steigung S = 1,1325. Sämtliche geprüften Pflanzen-extrakte zeigten volle Aktivität bei Konzentrationen unter 4000 ng/ml und eignen sich daher zu weiterer Aufarbeitung.

Oumaporn Tasanor, Brigitte Brem, David Leitsch, Marina Binder, Michael Duchêne, Harald Greger, Walther H. Wernsdorfer, Wiener klinische Wochenschrift

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