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Innere Medizin 1. November 2007

Epidemiologie und Nosologie der Anisakiose, einer in Mitteleuropa selten diagnostizierten Helminthoz

Es wird über zwei Anisakiose-Fälle berichtet, die aufgrund der Anamnese in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Beide Patienten (2 Männer, 54 bzw. 58 Jahre alt) haben nach einer Reise nach Alaska selbst gefangenen und kalt geräucherten Lachs verzehrt. Patient 1 wurde mit der Verdachtsdiagnose "Subileus", Patient 2 mit der Diagnose "Ileus" stationär aufgenommen. Während Patient 1 allein durch die Gabe von Aprednisolon innerhalb von 3 Tagen völlig geheilt werden konnte, traten bei Patient 2 im Rahmen der postoperativen intensivmedizinischen Behandlung des Ileus Komplikationen (ARDS, Anastomoseninsuffizienz) auf. Zusätzlich erhielt Patient 2 Hydrokortison. Bei beiden Patienten kam es zu einer Restitutio ad integrum. Die Verdachtsdiagnose einer Anisakiose beruhte primär auf der (gemeinsamen) Anamnese (Verzehr von kalt geräuchertem Lachs) und einer bei beiden Patienten festgestellten Bluteosinophilie. Die Verdachtsdiagnose konnte schließlich durch Detektion spezifischer Anisakis-Antikörper im Serum von Patient 1, durch den Nachweis von Anisakis-Larven in den Resten des verzehrten Lachsfleisches, die morphologische und molekularbiologische Bestimmung (PCR, Sequenzanalyse) der Larven als Anisakis simplex s. str. sowie durch die Präsenz spezifischer Anisakis-DNS im resezierten Ileumabschnitt des Patienten 2 gesichert werden. Diese beiden Anisakiose-Fälle sind die ersten, die in Österreich registriert und dokumentiert wurden.

Herbert Auer, Heinrich Leskowschek, Jörg Engler, Gerhard Leitner, Christa Wentzel, Walburg Wolkerstorfer, Renate Schneider, Wiener klinische Wochenschrift

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