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Innere Medizin 1. November 2007

Einsatzrelevanz der PCR als diagnostisches Verfahren

Bei militärischen Auslandseinsätzen können Soldaten durch Bakterien gefährdet sein, die in den Tropen endemisch sind und gleichzeitig potentielle B-Kampfstoffe darstellen. Die Anzucht dieser Keime aus klinischen Proben gestaltet sich wegen Kontamination, geringer Keimzahl oder antibiotischer Vorbehandlung häufig sehr problematisch. Kommerzielle biochemische Identifizierungsmethoden sind für diese Keime nicht optimiert und daher unzuverlässig. Immunologische Nachweisverfahren sind häufig kommerziell nicht verfügbar oder nicht ausreichend spezifisch. Real-time PCR-Methoden sind im Gegensatz hierzu sehr spezifisch und sensitiv und können die Diagnostik wesentlich beschleunigen. Real-time PCRs für den Nachweis von Bacillus anthracis, Brucella spp., Burkholderia mallei und Burkholderia pseudomallei, Francisella tularensis und Yersinia pestis sind daher entwickelt worden. Die Ergebnisse der PCR-Diagnostik können durch ungeeignete Primärproben, geringe Erregermenge in der Probe, Degradation der DNA, inhibitorische Substanzen und unzureichende DNA-Präparation zu falsch negativen Ergebnissen führen. Die Anzucht des Erregers ist immer zu versuchen, weil sie gezielte antibiotische Therapie und eine weitere Typisierung des Erregers erlaubt. Bei möglicherweise bio-terroristischem Hintergrund ist mit Probenmaterial nach den Regeln der forensischen Medizin umzugehen und die Dokumentation muss lückenlos sein.

Herbert Tomaso, Holger C. Scholz, Sascha Al Dahouk, Wolf D. Splettstoesser, Heinrich Neubauer, Martin Pfeffer, Eberhard Straube, Wiener klinische Wochenschrift

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