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Innere Medizin 1. September 2007

Untersuchungen zur Koinfektion mit dem FSME-Virus und Anaplasma phagocytophilum bei Patienten aus fü

Patienten aus der Tschechischen Republik, die in den Jahren 2000–2003 wegen einer suspekten Frühsommer-Meniongoenzephalitis (FSME) hospitalisiert wurden, wurden auch wegen einer möglichen Ko-Infektion mit A. phagocytophilum untersucht. Blutproben wurden am Tag der Aufnahme mittels Nested PCR, unter Verwendung einer modifizierten Zielsequenz als interne Kontrolle, nach A. phagocytophilum DNA analysiert, Serumproben wurden mittels indirekter Immunfluoreszenz sowie Westernblot, unter Verwendung eines aus Zellkulturen gewonnenen Antigens, auf spezifische Antikörper untersucht. Zur Überprüfung der Test-Spezifität wurden 45 Serumrpoben von Bewohnern Patagoniens, die nicht Zecken-exponiert waren, als Kontrollgruppe verwendet. Zur Überprüfung von Kreuzreaktivität wurden 14 B. henselae-positive Seren verwendet. Von 809 hospitalisierten Patienten hatten 80 (9,9%) IgGAntikörper gegen A. phagocytophilum mit einem reziproken Titer von ≥80 und 50 (6,2%) mit einem Titer von ≥160. Zwei Patienten (0,2%) zeigten IgM-Titer von 40. Keine der Blutproben von 162 Patienten war PCR positiv. Während der Hospitalisierung wurde die Diagnose FSME bei 536 Patienten bestätigt, 57 (10,6%) von diesen hatten IgG-Antikörper gegen A. phagocytophilum mit reziproken Titern von ≥80 und 41 (7,6%) von ≥160, was sich nicht signifikant von der Gesamtheit unterschied (p = 0,66/0,30). Der höchste IgG-Titer betrug 5120, kein IgM-Titer überschritt den cut-off von 40. Gepaarte Serumpropben von 189 FSME-Patienten zeigten keine signifikante Titerbewegung, nur in einem Fall aus den FSME-negativen Patienten wurde eine milde Sero-Konversion beobachtet (IgG von < 80 nach 320). Während das Geschlecht auf die Prävalenz von Antikörpern gegen A. phagocytophilum keinen Einfluss hatte, waren die seropositiven Patienten durchschnittlich älter als die seronegativen (43,5 ± 15,9 vs. 37,9 ± 18,3 Jahre, p = 0,05). Der klinische Verlauf von seropositiven und seronegativen Patienten war – mit Ausnahme einer signifikant längeren Fieberphase bei Patienten mit Titern ≥1280 – nicht nennenswert verschieden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine A. phagocytophilum-Ko-Infektion keine häufige sowie keine wesentliche Komplikation einer in der Tschechischen Republik erworbenen FSME ist.

Petr Zeman, Petr Pazdiora, Vaclav Chmelik, Jiri Januska, Karel Sedivy, Alberto A. Guglielmone, Jorge A. Iriarte, Zuzana Medkova, Wiener klinische Wochenschrift

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