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Innere Medizin 1. Dezember 2007

Steatohepatitis und Leberzirrhose: Erstmanifestation 23 Jahre nach ejunoilealem Bypass

Gastrointestinale Shunt-Operationen werden seit Mitte der 50er Jahre zur Behandlung der Adipositas per magna durchgeführt. Der Jejunoileale Bypass kam zwischen den frühen 60er und 80er Jahren als bariatrisches Verfahren zum Einsatz, wurde jedoch aufgrund schwerer hepatischer und nephrologischer Komplikationen wieder verlassen. Eine bisher beschwerdefreie 56-jährige Patienten, die sich vor 23 Jahren einer Jejunoilealen Bypassoperation unterzogen hatte, wurde wegen eines akuten Leberversagens mit hepatischer Enzephalopathie IV im Rahmen einer akuten oberen gastrointestinalen Blutung auf die Intensivstation aufgenommen. Als Grunderkrankung fand sich in der histologischen Aufarbeitung der Leberbiopise eine Steatohepatitis mit zirrhotischem Umbau. Die Syntheseparameter (INR 2,8, Cholesterin 32 mg/dl) und die ICG PDR 5% zeigten das Bild einer schweren Leberinsuffizienz. Nach Ausschluss anderer Ursachen wurde die Steatohepatitis mit zirrhotischem Umbau als Folge des jejunoilealen Bypass interpretiert. Das ausgesprochen späte Auftreten dieser postoperativen Komplikation verdeutlicht die Notwendigkeit zur konsequenten, lebenslangen Überwachung von Patienten mit einem Jejunoilealen Bypass, auch bei subjektivem Wohlbefinden.

Peter Piringer, Robert Buder, Fritz Firlinger, Christine Kapral, Christian Luft, Wolfgang Sega, Friedrich Wewalka, Kurt Lenz, Wiener klinische Wochenschrift

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