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Innere Medizin 1. November 2007

Permanente interstitielle Brachytherapie (Seeds) bei Patienten mit primär lokalisiertem Prostatakarz

EINLEITUNG: Ziel der retrospektiven Studie war es, die klinischen Ergebnisse der ersten 100 Patienten mit primär lokalisiertem Prostatakarzinom, welche mittels Seed-Applikation an der Klinik für Strahlentherapie im AKH Wien behandelt wurden, auszuwerten. MATERIAL UND METHODE: Von 08/1999 bis 11/2006 wurden 94 Patienten mittels Jod- und 6 Patienten mittels Palladium-Seeds behandelt. Eine begleitende Hormontherapie erhielten 53 Patienten. Die Patienten wurden entsprechend dem Tumorstadium, dem Gleason Score und dem maximalen prätherapeutischen PSA-Wertes in eine Niedrig-, Mittel- und Hochrisikogruppe unterteilt. Das biochemische rezidivfreie Überleben sowie die gastrointestinalen und urogenitalen Spätnebenwirkungen wurden erhoben. ERGEBNISSE: Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 28 Monate (3–88 Monate). Das mittlere Alter der Patienten lag bei 67,5 Jahren (47–79 Jahren). Die Verteilung bezüglich Niedrig-, Mittel- und Hochrisikogruppe zeigte 63%, 35% und 2%. Zwei Jahre nach Therapie zeigte die aktuarische Rate von Grad ≥2 gastrointestinalen und urogenitalen Spätnebenwirkungen Werte von 5% und 65%. Das biochemische rezidivfreie Überleben betrug 88% nach 2 Jahren (Niedrigrisikogruppe bei 90% und Mittelrisikogruppe bei 88%). In der multivariaten Analyse zeigten sich das Tumor-Stadium (p = 0,03), der maximale prätherapeutische PSA-Wert (p = 0,02) und das Alter (p = 0,02) als signifikante Einflussfaktoren auf das biochemisch rezidivfreie Überleben. SCHLUSSFOLGERUNG: Die interstitielle Seeds-Implantation ist vor allem für Patienten mit niedrigem Risikoprofil bei lokalisierten Prostatakarzinom eine weitere Therapieoption neben der radikalen Prostatektomie und der externen Strahlentherapie.

Gregor Goldner, Nevin Özdemiroglu, Stefan Wachter, Thomas Hendrik Knocke, Richard Pötter, Wiener klinische Wochenschrift

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