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Innere Medizin 1. Juli 2007

Histopathologie des mit Zylinderepithel ausgekleideten Ösophagus in Patienten mit gastroösophagealer

HINTERGRUND: Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob ein endoskopisch normal erscheinender gastroösophagealer Übergang bei Patienten mit gastroösophagealer Refluxkrankheit biopsiert werden soll. Wir beschäftigten uns mit dieser Frage und setzten Videoendoskopie und Histopatholgie ein. METHODEN: Bei 114 aufeinander folgenden Patienten (58 männliche) mit Symptomen der gastroösophagealen Refluxkrankheit wurde die Endoskopie inklusive Biopsien aus dem gastroösophagealen Übergang prospektiv dokumentiert. Das Vorliegen einer magenartigen Schleimhaut proximal des Anstiegs der Magenfalten wurde als endoskopisch sichtbares Zylinderepithelsegment definiert. Die Histopathologie wurde entsprechend der Paull-Chandrasoma Klassifikation durchgeführt. ERGEBNISSE: 85 Patienten (74,6%) hatten ein endoskopisch sichtbares Zylinderepithelsegment mit Längen von ≤0,5 cm (n = 82), 1 cm (n = 2) und 7 cm (n = 1). 29 Patienten (25,4%) hatten eine endoskopisch normal erscheinende Schleimhautgrenze. Histopathologisch hatten alle Patienten einen Zylinderepithel-Ösophagus. Eine intestinale Metaplasie und eine niedrig-gradige Dysplasie wurden bei 26 (22,8%) bzw. bei 5 (4,4%) identifiziert. Die Häufigkeit der intestinalen Metaplasie und der Dysplasie war zwischen endoskopisch sichtbarem Zylinderepithel-Ösophagus und normalem Übergang statistisch nicht signifikant unterschiedlich (p = 0,408 bzw. p = 0,775). Das Auftreten der intestinalen Metaplasie war unabhängig von einer Ösophagitis und einer Hiatushernie (p = 0,398 bzw. p = 0,405). ZUSAMMENFASSUNG: Ein Zylinderepithel-Ösophagus kann durch die Endoskopie nicht ausgeschlossen werden. Bei Patienten mit gastrosösophagealer Refluxkrankheit werden zum histopathologischen Ausschluss einer intestinalen Metaplasie und einer niedriggradigen Dysplasie Biopsien aus einem normal erscheinenden Schleimhautübergang empfohlen.

Johannes Lenglinger, Claudia Ringhofer, Margit Eisler, Roland Sedivy, Fritz Wrba, Johannes Zacherl, Enrico P. Cosentini, Gerhard Prager, Michael Haefner, Martin Riegler, Wiener klinische Wochenschrift

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