zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. Juli 2007

Oxidativer Stress bei Patienten mit COPD und pulmonaler Hypertonie

ZIEL: Der oxidative Stress spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Ein Ungleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien wurde auch bei verschiedenen Formen der pulmonalen Hypertonie beschrieben. Ziel der vorliegenden Studie war, den oxidativen Stress, wie er durch die Konzentrationen des Malondialdehyds (MDA) und die Aktivitäten der antioxydativen Enzyme Gluthathion Peroxidase (GPX), Superoxid Dismutase (SOD) und Katalase (CAT) reflektiert wird, bei Patienten mit und ohne COPD-bedingter pulmonaler Hypertonie zu erfassen. PATIENTEN UND METHODEN: 75 Patienten (58 Männer) mit einer COPD (mittleres Alter 65,1 ± 1,2 Jahre, Raucher-Anamnese: 35,6 ± 3,8 Pack Years) wurden untersucht. 21 gesunde Nichtraucher stellten die Kontrollgruppe dar. Die Lungenfunktion wurde durch Body Plethysmographie, der mittlere und der systolische Druck in der Pulmonalarterie (Ppa) durch Doppler-Echokardiographie erhoben. Die Serumkonzentrationen der MDA und die Aktivitäten der GPX, SOD und CAT wurden mittels Spektrophotometrie gemessen. ERGEBNISSE: Eine pulmonale Hypertonie lag bei 28 Patienten vor (systolische Ppa: 46,4 ± 2,3 mmHg; mittlere Ppa: 26,0 ± 1,9 mmHg) während 47 Patienten mit COPD einen normalen Druck in der Pulmonalarterie aufwiesen (systolische Ppa: 22,9 ± 0,8 mmHg; mittlere Ppa: 13,4 ± 0,6 mmHg). Im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe hatten sowohl die Patienten ohne als auch die mit pulmonaler Hypertonie höhere MDA Konzentrationen (1,5 ± 0,1 versus 2,3 ± 0,1 versus 2,3 ± 0,1 nmol/mL, ANOVA, p < 0,001) und niedrigere Erythrozyten GPX-Aktivitäten (51,3 ± 3,2 versus 42,2 ± 2,0 versus 41,3 ± 2,5 U/g Hb, p = 0,029). Die Aktivitäten der SOD und CAT waren in allen untersuchten Gruppen ähnlich (SOD: 1121,1 ± 29,0 versus 1032,6 ± 21,8 versus 1032,7 ± 36,2 U/g Hb, p = 0,063; CAT: 4,9 ± 0,2 versus 4,6 ± 0,1 versus 4,7 ± 0,2 U/g Hb; p = 0,454). Der statistische Vergleich der Serumkonzentrationen der MDA bzw. der Aktivitäten aller Enzyme bei den Patienten mit pulmonaler Hypertonie mit den bei den Patienten mit normalem Pulmonalarteriendruck erhobenen Werten ergab keine Signifikanz. SCHLUSSFOLGERUNG: Die vorliegende Studie zeigt das Vorliegen eines oxidativ/antioxidativen Ungleichgewichtes im systemischen Kreislauf von Patienten mit COPD: Im Vergleich zu Gesunden hatten die COPD Patienten höhere MDA Serumkonzentrationen und niedrigere GPX Erythrozyten-Aktivität. Die vergleichsweise Erhöhung der MDA-Konzentrationen, bzw. Erniedrigung der GPX-Aktivität war unabhängig vom Vorliegen einer pulmonalen Hypertonie.

Pavol Joppa, Darina Petrášová, Branislav Stančák, Zuzana Dorková, Ružena Tkáčová, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben