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Innere Medizin 1. Juni 2007

Letale Mykoplasmenpneumonie bei einer 18-jährigen Patientin ohne bekannte Risikofaktoren

Ein Fall von Pneumonie durch Mycoplasma pneumoniae mit tödlichem Ausgang bei einer vorher gesunden 18-jährigen Frau wird dargestellt. Der Antikörpertiter gegen M. pneumoniae wurde am Tag 9 des Spitalsaufenthalts mit 1:512 (Komplementbindungsreaktion) bzw. 1:5120 (Mikropartikel-Agglutinationstest) gemessen. Nach 5-wöchiger Behandlung an der Intensivstation verstarb die Patientin an nekrotisierender hämorrhagischer Pneumonie mit Multiorganversagen. Während der Dauer der Intensivpflichtigkeit traten keine relevanten zusätzlichen Infektionen auf. Korticosteroide (ab dem 8. Tag der stationären Behandlung) konnten den Krankheitsverlauf nicht positiv beeinflussen. Bemerkenswert ist, dass wie auch in einigen früheren Fallberichten trotz adäquater antimikrobieller Therapie gegen M. pneumoniae (in diesem Fall seit 2 Tage vor der stationären Aufnahme) zu einer Verschlechterung des klinischen Zustands kam, trotz der Eradikation des Erregers aus dem Respirationstrakt (mittels PCR konnte am Tag 22 nach Aufnahme M. pneumoniae nicht aus der bronchoalveolären Lavage nachgewiesen werden). Es ist jedoch festzuhalten, dass die Erkrankung bereits einige Tage vor der stationären Aufnahme begonnen hat, sodass über den möglicherweise positiven Effekt einer adäquaten antimikrobiellen Therapie in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung keine Aussage getroffen werden kann. Aufgrund des Fehlens anderer therapeutischer Optionen im Fall von schweren Verläufen scheint die frühzeitige Diagnose und Therapie der Mykoplasmenpneumonie wesentlich. Dies ist der dritte Fall von tödlicher Pneumonie durch M. pneumoniae, welcher während der letzten Jahre in Österreich veröffentlicht wurde, was die Bedeutung der potentiell schweren Verläufe der Mykoplasmenpneumonie unterstreicht.

Florian Daxboeck, Bernhard Eisl, Christofer Burghuber, Mazda Memarsadeghi, Ojan Assadian, Gerold Stanek, Wiener klinische Wochenschrift

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