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Innere Medizin 1. August 2007

Sind Probiotika nach der oralen Aufnahme auch im Stuhl vorhanden?

ZIEL: Analyse der Anwesenheit von kommerziellen Probiotika in Stuhl nach oraler Aufnahme. HINTERGRUND: Probiotika wird häufig ein günstiger Effekt auf die Gesundheit nachgesagt. Eine Bedingung für jeglichen Effekt ist dabei das Überleben von Bakterien während der gastrointestinalen Passage. STUDIE: Nach einer einwöchigen oralen Aufnahme von sechs kommerziellen Probiotikapräparaten [E.coli Nissle 0.5–5 × 109 (Mutaflor®), Enterococcus faecium SF 68 7.5 × 107 (Bioflorin®), Lactobacillus acidophilus and Bifidobacterium infantis both 1 × 109 (Infloran®), Lactobacillus gasseri 108 and Bifidobacterium longum 108 (Omniflora®), Lactobacillus casei rhamnosus 109 (Antibiophilus®), und Yoghurt welches mittels Lactobacillus casei "immunitass" 1010 angereichert wurde (Actimel®)] wurde die An- bzw. Abwesenheit der ausgewiesenen Keime im Stuhl untersucht. Dabei wurden von jeder Stuhlprobe 10 Kolonien untersucht. Nach der DNA Extraktion kam die randomisierte Amplifikation polymorpher DNA zum Einsatz (RAPD). Danach wurden die RAPD Ergebnisse der Probiotikakeime direkt aus der kommerziellen Präparation mit den gewonnenen Stuhlisolaten verglichen. RESULTATE: Identische RAPD Ergebnisse zu den aufgenommenen Probiotika fand man bei den Stuhlproben von 4/7 Personen nach einer Woche Mutaflor®, bei 4/6 nach Bioflorin®, bei 1/6 nach Infloran®. Nach der Einahme von Antibiophilus®, Omniflora® oder Actimel® war eine Kultur von Bakterien der selben Species in Stuhlproben nicht möglich. SCHLUSSFOLGERUNG: Nach der oralen Einnahme von probiotischen E. coli und Enterokokken können die selben Erreger in Stuhlproben in 57 bzw 67% der studierten Population gefunden werden. Im Gegensatz dazu können oral aufgenommene Laktobazillen oder Bifidobakterien im Stuhl nicht gefunden werden.

Martina Prilassnig, Christoph Wenisch, Florian Daxboeck, Gebhard Feierl, Wiener klinische Wochenschrift

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