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Innere Medizin 1. Juni 2007

Vergleichende Wirksamkeit antimikrobieller Substanzen gegenüber intrazellulärem nicht-typisierbaren

EINLEITUNG: Nicht-typisierbarer Haemophilus influenzae (NTHi) ist ein wichtiger bakterieller Erreger ambulant erworbener Infektionen der Atemwege und ist in der Regel extrazellulär zu finden. Studien haben jedoch gezeigt, dass NTHi die Fähigkeit besitzt in menschliche Epithelzellen einzudringen, wo er sowohl vor den Angriffen des lokalen Immunsystems als auch zum Teil vor der Abtötung durch Antibiotika geschützt ist. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Fähigkeit der 5 klinisch häufig eingesetzten Antibiotika Ampicillin, Azithromycin, Telithromycin, Ciprofloxacin und Moxifloxacin zu bewerten, NTHi innerhalb von bronchialen Epithelzellen abzutöten. METHODEN: Konfluierende humane bronchiale Epithelzellen wurden mit NTHi 77, einem besonders invasiven klinischen Stamm infiziert. Die extrazellulären Bakterien wurden mittels Gentamicin abgetötet. Die intrazellulären Bakterien wurden mit Antibiotika in einer Konzentration von 1 mg/l oder 10 mg/l für 4 h oder 8 h behandelt. Lebensfähige intrazelluläre Bakterien wurden nach Lyse der Epithelzellen gezählt. ERGEBNISSE: Mit Ausnahme von Ampicillin erreichten alle Antibiotika eine signifikante Reduktion der intrazellulären Bakterien in einer Konzentration von 10 mg/l und einer Expositionszeit für 4 h sowie bei 1 mg/l für 8 h. Bei einer Konzentration von 1 mg/l eliminierte Moxifloxacin 94% der intrazellulären NTHi nach 4 h und 98% nach 8 h. Ciprofloxacin, Azithromycin und Telithromycin erreichten nur Killing-Indices < 75 nach 4 h, jedoch eine 86–90%ige Abtötung nach 8 h. Bei 10 mg/l erreichten Moxifloxacin, Ciprofloxacin, Telithromycin and Azithromycin nach einer Expositionszeit von 4 h eine 99,7%, 96,3%, 86,7% und 74,7%ige Eradikation der intrazellulären Bakterien. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Ergebnisse demonstrieren die rasche antibakterielle Effektivität von Moxifloxacin gegenüber intrazellulärem NTHi in vitro. Moxifloxacin, welches hohe extrazelluläre und intrazelluläre Wirksamkeit kombiniert, könnte eine vorteilhafte Substanz in der Behandlung von rezidivierenden Atemwegsinfektionen darstellen.

Christina Kratzer, Wolfgang Graninger, Karin Macfelda, Astrid Buxbaum, Apostolos Georgopoulos, Wiener klinische Wochenschrift

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