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Innere Medizin 1. Juni 2007

Langzeitbetreuung junger Erwachsener nach Krebserkrankung im Kindesalter – Wohin führt der Weg?

METHODEN: Zwischen Jänner 1990 und November 2006 wurden im Rahmen einer prospektiven Longitudinalstudie 65 Patienten nach unterschiedlichen onkologischen Erkrankungen im Kindesalter auf mögliche Tumor- oder Therapie-bedingte Spätfolgen untersucht. Das mediane Alter bei Diagnosestellung war 9,7 Jahre, das mediane aktuelle Alter ist 25,1 Jahre und die mediane Follow-up-Dauer ist 14,8 Jahre. ERGEBNISSE: Bei 9/65 Patienten (13,9%) konnten keinerlei Auffälligkeiten und bei 31/65 Patienten (47,6%) nur minimale Spätfolgen ohne therapeutischen Handlungsbedarf gefunden werden. Bei 25/65 Patienten (38,5%) fanden sich Spätfolgen, die eine therapeutische Langzeitbetreuung erfordern. Die häufigsten Spätfolgen waren endokrinologische Defekte, gefolgt von orthopädischen und neurologischen Problemen, chronischer Hepatitis und Innenohr-Schwerhörigkeit. Ein Netzwerk mit interessierten Erwachsenen-Medizinern im Einzugsbereich der Klinik wird derzeit aufgebaut, um für diese mittlerweile erwachsenen Patienten eine sanfte und kompetente Transferierung an die Erwachsenen-Medizin zu ermöglichen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zwei Drittel der Langzeitüberlebenden nach onkologischen Erkrankungen im Kindesalter können beschwerdefrei in ein normales Alltagsleben zurückkehren. Ein Drittel der Patienten leidet an therapiebedürftigen Spätfolgen, die eine langfristige, multidisziplinäre Betreuung aller Langzeitüberlebenden auch im Erwachsenenalter erfordern.

Herwig Lackner, Andrea Moser, Petra Sovinz, Martin Benesch, Wolfgang Schwinger, Christian Urban, Wiener klinische Wochenschrift

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