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Innere Medizin 1. Mai 2007

Implementierung eines HIV-Überwachungssystems der zweiten Generation in Rumänien

HINTERGRUND: Die Prävalenz von HIV ist in Rumänien niedrig. Allerdings besteht eine besondere epidemiologische Situation durch den Umstand, dass ein hoher Prozentsatz von Kindern durch nosokomiale Übertragung zwischen 1986 und 1991 infiziert wurden. In der Folge steigt dadurch jetzt die Zahl der sexuell übertragenen Fälle bei Erwachsenen, zusätzlich zu den neu auftretenden Fällen durch Drogenabusus. Es mussten daher – und auch im Hinblick auf den EU-Beitritt Rumäniens – neue Überwachungssysteme der zweiten Generation implementiert werden. METHODEN: Nach einer SWOT Analyse des existierenden Überwachungssystems wurde eine nationale Konferenz, monatliche Arbeitsgruppen und ein Trainings-workshop für die betroffenen Leute sowohl auf zentralem Niveau als auch in 6 Pilot-Distrikten organisiert. Spezialisten aus den Bereichen der Epidemiologie, der Dermatovenerologie, und des Gesundheitswesens wurden in den Entwicklungsprozess der Überwachungsmethodik, die auf Standard Protokollen basierte, involviert. Die Bestimmungsmethoden, sowie juristische und ethische Probleme wurden diskutiert. Besondere Berücksichtigung fand dabei das Problem der Illegalität und das der Stigmatisierung. ERGEBNISSE: Basierend auf der spezifischen HIV-Epidemiologie der einzelnen Distrikte und auch aus Gründen der Praktikabilität wurden folgende Überwachungsarten entwickelt und eingeführt: Überwachung der Serologie und des Verhaltensmusters in Kliniken für Dermatovenerologie in zwei der Distrikte, serologische Überwachung der 15–24-jährigen in allgemeinen Krankenhäusern in vier Distrikten und Überwachung des Verhaltens von Mittelschülern im Alter von 15–19 Jahren in fünf Distrikten. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bei der Entwicklung und Einführung eines SGS (second generation surveys) treten zahlreiche Zwangssituationen sowohl finanzieller als auch menschlicher Natur auf; diese müssen alle berücksichtigt werden. Eine der wichtigsten Lektionen, die aus diesem Projekt gelernt werden konnten, war die Wichtigkeit der Gruppenarbeit und der Kooperation zwischen Epidemiologen und Klinikern, die mit der Überwachung von HIV/AIDS befasst sind. Die in Rumänien gewonnenen Erfahrungen könnten für viele Regionen in Europa nützlich sein.

Marc Lejars, Daniela Pitigoi, Monica Teleman, Dan Nicolaiciuc, Ralf Reintjes, Wiener klinische Wochenschrift

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