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Innere Medizin 9. Juli 2009

Rehabilitation für COPD-Patienten lebensrettend

Sterblichkeit von Patienten mit schwerer COPD reduziert sich um rund 71 Prozent; die Rehabilitation von sechs Patienten verhindert einen Todesfall.

Bei allen Fortschritten der Medizin – die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen sind weiterhin beschränkt. Als fixer Bestandteil der Therapie hat sich in den vergangenen Jahren die pulmologische Rehabilitation inklusive Ausdauer- und Krafttraining etabliert.

 

„Körperliches Training verbessert die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität der Patienten. Rehabilitation ist aber mehr als Intervall-, Ausdauer- und Krafttraining allein“, erklärte der belgische Experte Prof. Dr. Thierry Troosters von der Abteilung für Rehabilitations-Wissenschaften der Katholischen Universität Leuven (Belgien) aus Anlass des Jahreskongresses der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) in Salzburg. „Dazu gehören auch soziale Unterstützung, Anleitung für einen gesünderen Lebensstil, bessere Ernährung, Hilfe zum Selbst-Management der Erkrankung und Unterstützung, was Beschäftigung bzw. das Arbeitsleben betrifft.“

Heißes Thema: Pulmonale Rehabilitation

Bei der gegenwärtig weltweit beobachteten starken Zunahme von Leiden wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), deren Fortschreiten mit einem zunehmenden Verlust an Lungenkapazität medikamentös bestenfalls gebremst werden kann, gewinnen zusätzliche Maßnahmen zur Erhaltung bzw. zum Wiedergewinn einer möglichst großen körperlichen Leistungsfähigkeit zusätzliche Bedeutung.

„Die pulmonale Rehabilitation ist zu einem integralen Bestandteil der Versorgung von COPD-Patienten geworden. In Europa werden immer mehr solcher Programme etabliert. Es gibt aber noch eine große Bandbreite, was den Umfang und die Bezahlung der Rehabilitation betrifft“, berichtete Troosters.

Troosters betonte dabei, wie wichtig es ist, dass ein solches Programm (siehe Kasten) jeweils auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt ist. Eine derartige Rehabilitation von chronisch Lungenkranken sollte Routine in der Versorgung der Betroffenen sein.

Die Erfolge sind ausgesprochen groß. Wissenschaftliche Studien haben den enormen positiven Effekt eindeutig belegt.

Hospitalisierung und Todesfälle verhindern

So hat der belgische Experte mit Ko-Autoren eine Meta-Analyse von sechs Studien mit Vergleich der Ergebnisse bei COPD-Patienten mit bzw. ohne Teilnahme an Rehabilitationsprogrammen durchgeführt

Die Häufigkeit weiterer Spitalsaufnahmen sank durch die Programme um 87 Prozent. Bei drei behandelten Patienten wurde bereits eine Hospitalisierung eingespart.

Die Sterblichkeit von Patienten mit schwerer COPD reduzierte sich um rund 71 Prozent. Die Rehabilitation von sechs Patienten verhinderte einen Todesfall.

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass richtiges körperliches Training sowie die übrigen Bestandteile eines solches Programms bei COPD-Patienten die Spitzen-Belastungsfähigkeit um fast 20 Prozent erhöhen, die Sauerstoffaufnahme um elf Prozent und die gesamte körperliche Leistungsfähigkeit um 80 und mehr Prozent.

„Die Effekte sind bewiesen. Die Herausforderung liegt jetzt darin, wie man solche Programme breit ausrollt und wie man die Betroffenen dazu bringt, ihren gesamten Lebensstil zum Positiven zu verändern“, so Troosters. Schließlich handelt es sich hier um Erfolgsraten, wie sie in der Medizin nur selten zu finden sind, und besonders selten bei chronischen Erkrankungen.

Kasten:
Programme zur pulmonalen Rehabilitation
Was dazu gehören sollte:
• Körperliches Training über mindestens acht Wochen hinweg mit zumindest drei Trainingseinheiten pro Woche. Längere Programme sind wirkungsvoller. Das Training kann mit Sauerstoffgabe oder ohne erfolgen.
• Raucher-Entwöhnung, wenn notwendig
• Lernprogramme, damit die Patienten ihre Erkrankung möglichst weitgehend selbst managen können.
• Information über richtige und angepasste Ernährung
• Soziale Hilfe und Unterstützung in Fragen der Beschäftigung.

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