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Innere Medizin 9. Juli 2009

Asthma im Griff

Intensivierte Therapie bringt deutliche Verbesserung.

Bei weitem nicht alle Menschen mit chronischem Asthma können so gut behandelt werden, dass sie weitestgehend symptomlos sind. Aktuelle Studien könnten den Weg zu deutlichen Verbesserungen weisen, erklärte Prof. Dr. Christian Virchow von der Abteilung für Pneumologie der Medizinischen Universität Rostock beim Jahreskongress der ÖGP.

 

Mit einem Antikörper gegen Immunglobulin E (IgE) wurde vor einigen Jahren erstmals ein Biotech-Medikament für bestimmte Patienten zugelassen. Doch es könnten weitere folgen. „Es gibt auch Studien mit einem monoklonalen Antikörper gegen Interleukin-5 (IL-5)“, so Virchow. Dieser körpereigene Botenstoff hat eine vielfältige Wirkung. „IL-5 spielt eine wichtige Rolle in der Produktion, in der Differenzierung, Rekrutierung und Aktivierung von bestimmten Immunzellen, den eosinophilen Granulozyten.“ Die Blockade von IL-5 mit einem monoklonalen Antikörper soll den Aktivierungsgrad und die Zahl der eosinophilen Granulozyten reduzieren. Das könnte das Einwandern aktivierter Granulozyten in die Lunge im Rahmen eines Asthma bronchiale dämpfen. Endgültige Daten fehlen jedoch noch.

Montelukast bei Erwachsenen

Was eine (zu der herkömmlichen inhalativen Therapie) zusätzliche intensivierte Behandlung bringt, hat Virchow mit seinem Team in einer großen Studie bei erwachsenen Asthma-Patienten gezeigt. Die zusätzliche Einnahme von zehn Milligramm Montelukast kann bei Menschen mit nicht ausreichend kontrolliertem Asthma zu einer deutlichen Verbesserung führen: „Wir haben eine Untersuchung mit 290 niedergelassenen Pneumologen in Deutschland durchgeführt.“ Insgesamt nahmen 1.681 Asthma-Kranke teil. 72 Prozent hatten trotz Therapie auch tagsüber Symptome. Bei 57 Prozent konnte das Asthma nicht ausreichend beherrscht werden. Diese Patienten bekamen zusätzlich den Leukotrien-Antagonisten. Leukotriene sind körpereigene Proteine, welche bei Asthma die Entzündung anheizen. Leukotrien-Antagonisten wurden bisher speziell bei Kindern zur Therapie von Asthma eingesetzt. „Bei rund 80 Prozent der Behandelten kam es zu einer Besserung“, so Virchow. Nach sechs Monaten war bei 58 Prozent der Patienten mit zuvor geringer Asthma-Kontrolle das Problem weitgehend im Griff. Auch die Lungenfunktionswerte besserten sich.

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