zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 9. Juli 2009

Angiotensin und Neuroprotektion

 

Die antihypertensive Therapie könnte den Schweregrad eines Schlaganfalls beeinflussen. „Angiotensin II wird als Neuroprotektor bei akutem Schlaganfall angesehen”, erklärte Martin O’Donnell und stellte eine Studie an insgesamt 7.415 Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall oder TIA anhand der Daten des Canadian Stroke Networks vor (O’Donnell et al., Cerebrovasc Dis 2009;27(suppl 6):15) vor, in der die Wirkung der Vortherapie auf die Schwere des Schlaganfalls untersucht wurde. O’Donnell stellte fest, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern und/oder Kalziumantagonisten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eines schweren Schlaganfalls (Canadian Stroke Score <6) assoziiert war, während eine Betablockertherapie die Wahrscheinlichkeit eines schweren Schlaganfalls reduzierte.

Bei einer Einteilung der Medikamentenklassen nach ihrer vermuteten Wirkung auf Angiotensin II (Angiotensinrezeptor-Antagonisten, Kalziumantagonisten und Thiazide +1, ACE-Hemmer und Betablocker -1) war die Wahrscheinlichkeit eines schweren Schlaganfalls bei Patienten unter Therapie mit Medikamenten mit angiotensinsenkender bzw. -inhibierender Wirkung öfter von schwerem Schlaganfall betroffen als jene mit keiner oder positiver Wirkung auf die Angiotensinlevel. O’Donnell schließt aus den Ergebnissen: „Unsere Studie ist die erste, die eine signifikante Assoziation zwischen dem Angiotensinpotenzial der prähospitalen Hypertonietherapie und der Schwere ischämischer Insulte nachweist und die These unterstützt, dass Angiotensin neuroprotektiv wirkt.“

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben