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Innere Medizin 27. Juni 2009

Antikörper statt Bisphosphonate

Drei Viertel aller Frauen mit metastasiertem Brustkrebs entwickeln Knochenmetastasen. Um die damit verbundenen Komplikationen zu reduzieren, kommen vor allem Bisphosphonate zum Einsatz. Doch nicht alle Patientinnen sprechen darauf an. Bei manchen Frauen limitieren Nebenwirkungen wie Nierentoxizität und Osteonekrose die Anwendung. Daher suchen Wissenschaftler nach Alternativen. Als vielversprechender Kandidat gilt Denosumab. Die Entwicklung dieses humanen Antikörpers beruht auf der Entschlüsselung eines wichtigen Signalweges im Knochenauf- und -abbau. Der von den Osteoblasten gebildete Receptor Activator of Nuclear Factor Kappa B Ligand (RANKL) dient als Signalüberträger von Osteoblasten zu Osteoklasten und vermittelt den Knochenabbau. Denosumab ist ein hoch selektiver RANKL-Inhibitor, der bereits gezeigt hat, dass er den Knochenabbau verlangsamt.

In einer von Amgen unterstützten Phase-II-Studie verglich ein internationales Forscherteam die Wirkung des Antikörpers mit der von Bisphosphonaten. An der Studie nahmen 255 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs teil. Eine Gruppe der Frauen erhielt Denosumab in verschiedenen Dosen und Intervallen, die zweite Gruppe erhielt Bisphosphonate. Als Marker für die Knochenresorption diente das N-Telopeptid des Typ-I-Kollagens im Urin (uNTx), korrigiert in Bezug auf Kreatinin. Durch die Behandlung sank der uNTx-Wert nach 25 Wochen um 75 Prozent in der Denosumab-Gruppe und um 71 Prozent in der Bisphosphonat-Gruppe. Skelettale Probleme traten bei zwölf Prozent in der Denosumab- und 16 Prozent in der Bisphosphonat-Gruppe auf.

Es kam zu keinen ernsthaften oder tödlichen Nebenwirkungen durch die Antikörperbehandlung.

 

 

Quelle: Lipton, A. et al.Clinical Cancer Research 2008; 14: 6690–6.

Im Focus Onkologie 4/2009, Ärzte Woche 26 /2009

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