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Innere Medizin 27. Juni 2009

Doch kein Krebsschutz durch Kalzium und Vitamin D

Epidemiologische Studien hatten Hinweise darauf gegeben, dass Supplemente vor Brustkrebs schützen.

Eine große prospektive und randomisierte Studie ist der Frage nachgegangen, ob Nahrungsergänzungmittel die Inzidenz invasiver Mammakarzinome bei postmenopausalen Frauen senken können.

Durchschnittlich sieben Jahre lang erhielten 36.282 postmenopausale Frauen im Rahmen der WHI (Women’s Health Initiative)-Studie täglich 1.000 mg Kalzium und 400 IU Vitamin D3 oder Placebo. Primär ging es um den Effekt der Supplementation auf das Risiko von Hüftfrakturen, aber auch Kolonkarzinom und Brustkrebs waren sekundäre Endpunkte. Allerdings nahm mehr als die Hälfte aller Frauen zusätzlich zur Studienmedikation noch Vitamin D, meist in Form von Multivitaminpräparaten.

Die ersten Studienergebnisse wurden bereits publiziert: Die Knochendichte am Femur nahm unter Kalzium/Vitamin D leicht, aber statistisch signifikant zu. Das Risiko von Hüftfrakturen sank jedoch nur bei Frauen über 65 Jahren. Ein Einfluss auf die Inzidenz des Kolonkarzinoms war nicht nachweisbar. Jetzt folgten die Ergebnisse für den Brustkrebs. Die Inzidenz des invasiven Mammakarzinoms unterschied sich zwischen beiden Gruppen nicht. 528 Frauen (von 18.176) erkrankten in der Gruppe mit Supplementation, 546 (von 18.106) in der Placebogruppe (Hazard Ratio 0,96). Auch in einer Fallkontrollstudie innerhalb der großen Studie war kein Effekt der Supplementation auf das Brustkrebsrisiko zu finden. Bei 1.067 Brustkrebspatientinnen und ebenso vielen nicht erkrankten Kontrollpersonen zeigte sich eine mäßige Korrelation des Ausgangswertes von 25-Hydroxyvitamin D mit der Vitamin-D-Gesamtaufnahme durch Nahrung und Supplementation. Frauen, die einen niedrigeren Bodymass-Index hatten und körperlich aktiver waren, wiesen höhere Serumspiegel auf. Bei Adjustierung für BMI und körperliche Aktivität war keine Korrelation zwischen Serumspiegel und Brustkrebsrisiko nachweisbar.

 

Quelle: Chlebowski, R. T. et al. Journal of the National Cancer Institute 2008; 100: 1581–91 , 1562–4

Im Focus Onkologie 4/2009, Ärzte Woche 26 /2009

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