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Innere Medizin 9. Oktober 2008

Folgenreicher Vitamin-D-Mangel

Das Ergebnis einer achtjährigen Studie (Arch Intern Med 2008 Jun 23;168(12):1340-9) von Prof. Dr. Harald Dobnig, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Nuklearmedizin, MedUni Graz, stieß in der internationalen Fachwelt auf großes Interesse. „Zum ersten Mal wird ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und einem erhöhten Risiko für Gesamtsterblichkeit festgestellt“, erklärt der Autor.

An der Vitamin D-Studie nahmen über 3.200 Patienten (Durchschnittschalter 62 Jahre), die eine Herzkatheteruntersuchung hatten, teil. „Dabei zeigte sich, dass an der Grazer Universitätsklinik für Innere Medizin etwa die Hälfte der Patienten einen deutlich reduzierten Vitamin D-Spiegel haben“, so Dobnig. Patienten mit Vitamin D-Blutwerten in der unteren Hälfte wiesen ein bis zu doppelt so hohes Todesrisiko auf. Die Ursachen sind noch nicht ganz geklärt, der Zusammenhang mit dem Vitamin-D-Mangel ist aber evident. Zurzeit ist es nicht möglich, die Konsequenzen eines Vitamin-D-Mangels auf einige wenige grundlegende Mechanismen zu reduzieren. Aber es scheint so, dass eine ausreichende Versorgung auf mehreren Organebenen notwendig ist und neben den bekannten Auswirkungen auf den Knochen immunologische, gefäßbiologische und muskuläre Prozesse positiv beeinflusst werden.

Erste Konsequenzen der Studie

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass niedrige Vitamin-D-Werte mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden sein können“, sagt Dobnig. Insbesondere Menschen, die häufig sehr niedrige Werte aufweisen, wie etwa immobile und ältere Patienten, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, Nachtarbeiter oder Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten, sollten großzügiger mit Vitamin D versorgt werden. Menschen mit auffälliger Oberschenkelmuskelschwäche, stärkerem Knochenschwund oder mit diffusen Knochen- und Muskelschmerzen sollten sich nach Möglichkeit ihren Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen.

MedUni Graz, Ärzte Woche 41/2008

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