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Innere Medizin 1. Mai 2007

Vorkommen von Vibrio cholerae non-O1/non-O139 in Österreich

Vibrio cholerae non-O1/non-O139 können weltweit verbreitet sowohl im Süßwasser als auch im Brackwasser angetroffen werden. Besonders in der warmen Jahreszeit können sie sich zu Konzentrationen vermehren, die für das Zustandekommen von Infektionen relevant sind. In den Jahren 2000 bis 2005 wurden in Österreich 13 Infektionen mit non-O1/non-O139 Vibrio cholerae dokumentiert. Zwölf Patienten (im Alter von 8 bis 65 Jahren; 7 männlich) erkrankten manifest: Durchfall × 5, Otitis × 6, Sepsis × 1. Alle 5 Patienten, deren Infektionen auf Auslandsaufenthalte zurückgeführt werden konnten, hatten Diarrhoe. Die 8 Personen ohne Auslandsanamnese hatten Otitis media (n = 4), Otitis externa (n = 2), Sepsis (n = 1) und einmal einen asymptomatischen Verlauf. Die tödlich verlaufende Sepsis betraf einen Fischer vom Neusiedler See eine Woche nach Abschluss einer Chemotherapie (Plasmozytom). Detaillierte Reiseanamnesen innerhalb Österreichs waren für 5 der 8 Personen erhältlich: für alle Fünf waren Aufenthalte am Neusiedler See belegbar. Warum sich die im Inland erworbenen Infektionen vorwiegend als Otitis und nicht als Diarrhoe manifestieren ist unklar. Wir nehmen an, dass Durchfallerkrankungen durch non-O1/non-O139 Vibrio cholerae in Österreich aufgrund der Vorgehensweisen in mikrobiologischen Laboren nicht erkannt werden. Eine bakteriologische Untersuchung auf Vibrio cholerae erfolgt in Regelfall nur bei entsprechender Auslandsanamnese.

Steliana Huhulescu, Alexander Indra, Gebhard Feierl, Anna Stoeger, Werner Ruppitsch, Banwarial Sarkar, Franz Allerberger, Wiener klinische Wochenschrift

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