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Innere Medizin 29. September 2008

Die Chronische Pankreatitis ist genetisch determiniert

Wissenschaftler der Medizinischen Klinik & Poliklinik II der Universität Leipzig konnten im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit die anhaltende Pankreasentzündung auf einen genetischen Defekt zurückführen: Dabei spielt das Eiweiß-spaltende Verdauungsprotein Trypsin und dessen nachgeordnetes Protein, das Chymotrypsin C (CTRC), eine entscheidende Rolle.

Als chronische Pankreatitis wird eine unheilbare, fortschreitende Entzündung der Bauchspeicheldrüse bezeichnet. Eine der Ursachen ist anhaltender und übermäßiger Alkoholgenuss. Doch bekannt ist auch, dass der zerstörerische Prozess einer bestimmten Ursache oft nicht zugeordnet werden kann.
Die vorliegende Arbeit verglich deutsche und indische Patienten mit chronischer Pankreatitis. Dabei stellte sich heraus, dass in der deutschen Gruppe zwei Mutationen des CTRC-Gens besonders häufig vorkamen. Ähnliche Ergebnisse brachten Parallelstudien bei Patienten mit alkoholischer chronischer Pankreatitis. Bemerkenswert ist, dass auch bei indischen Patienten mit tropischer chronischer Pankreatitis, die zur Verkalkung der Bauchspeicheldrüse führt, CTRC-Mutationen gefunden wurden. „Daher scheint es sich um einen neuen und weltweit bedeutsamen Krankheitsmechanismus zu handeln“, erklärt Prof. Dr. Joachim Mössner, Direktor der Medizinischen Klinik II, Universität Leipzig. Nach weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Sekretion und Aktivität dieser Mutationen von Chrymotrypsin C gestört war. Dadurch kann vorzeitig aktiviertes Trypsin innerhalb des Pankreas nicht abgebaut werden. Die Drüse verdaut sich also selbst – die akute bzw. chronische Pankreatitis wird manifest.

Quelle: Universität Leipzig

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