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Innere Medizin 1. März 2007

Plasma-Ghrelin-Sekretion nach oraler Glukosebelastung bei Wachstumshormon-defizienten Erwachsenen un

HINTERGRUND: Die Pathophysiologie der Ghrelin-Sekretion bei Wachstumshormon-defizienten Erwachsenen unter Therapie mit Wachstumshormon ist weitgehend unbekannt. Auch die Beziehung zwischen Plasma-Ghrelin-Spiegeln und einer durch eine orale Glukosebelastung induzierten Hyperinsulinämie wurde in solchen Patienten noch nicht erforscht. ZIEL DER STUDIE: In der vorliegenden Studie untersuchten wir die Beziehung zwischen Plasma-Ghrelin, Insulin, C-Peptid und Leptin nach einer oralen Glukosebelastung bei Wachstumshormon-defizienten Erwachsenen, die unter einer Therapie mit Wachstumshormon standen. METHODEN: Plasma-Ghrelin, Leptin, Insulin, C-Peptid und Blutzucker wurden vor sowie 30, 60, 90 und 120 Minuten nach der oralen Einnahme von 75 g Glukose bei 20 Wachstumshormon-defizienten Erwachsenen (12 Frauen, 8 Männer), die 7,2 ± 1,3 (MW ± SE) Jahre mit Wachstumshormon behandelt worden waren, gemessen. Plasma-Ghrelin wurde vor und nach einer Glukosebelastung bei 10 gesunden im Alter und Gewicht entsprechenden Personen (5 Männer, 5 Frauen) gemessen. ERGEBNISSE: Die orale Glukosebelastung bewirkte bei Wachstumshormon-defizienten Patienten und bei Gesunden eine prozentuell ähnliche Unterdrückung des Plasma-Ghrelins. In beiden Gruppen sank das Plasma-Ghrelin 30 Minuten nach der Glukosegabe signifikant und blieb von da ab bis zum Ende der Untersuchung unterdrückt. Bei den Wachstumshormon-defizienten Patienten zeigten Insulin (basal 15,9 ± 3,9 µIU/ml) und C-Peptid (basal (2,5 ± 0,3 ng/ml) gegenläufige Veränderungen mit Spitzenwerten 30 Minuten (Insulin: 109,5 ± 15,6 µIU/ml) bzw. 60 Minuten (C-Peptid: 10,3 ± 1,1 ng/ml) nach der Glukosegabe. Zum Unterschied vom basalen Ghrelin korrelierte bei diesen Patienten das post-Glukose Plasma-Ghrelin negativ mit dem Plasma-Insulin, dem C-Peptid und den Blutzuckerwerten. Das basale Ghrelin korrelierte invers mit dem basalen Plasma-Leptin. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Unterdrückung von Plasma-Ghrelin nach einer oralen Glukosebelastung bei Wachstumshormon-defizienten Patienten unter Wachstumshormon-Therapie ist ähnlich der bei Gesunden beobachteten; dies spricht gegen eine gestörte Regulation der Ghrelin-Sekretion bei diesen Patienten. Die Korrelationen zwischen post-Glukose Plasma-Ghrelin, Insulin und Blutzucker machen einen schon früher vorgeschlagenen Zusammenhang zwischen einer Hyperinsulinämie (bzw. einem erhöhten Blutzucker) und der Suppression der Ghrelin Spiegel wahrscheinlich.

Peter Pusztai, Judit Toke, Aniko Somogyi, Eva Ruzicska, Beatrix Sarman, Karoly Racz, Zsolt Tulassay, Wiener klinische Wochenschrift

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