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Innere Medizin 1. Dezember 2006

Komplizierte Verläufe der FSME in Slowenien in den Jahren 2001 bis 2005: Sind Massenimpfungen angeze

Das Ziel dieser retrospektiven Studie aus Slowenien war es, klinische, epidemiologische und Laborparameter von besonders schwer verlaufenen Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)-Fällen der letzten fünf Jahre zu erfassen und diese mit den bereits veröffentlichten Daten zu vergleichen, um den Bedarf einer Empfehlung für die aktive Immunisierung korrekt einzuschätzen. Es wurden 33 erwachsene Patienten, die in den letzten fünf Jahren wegen einer sehr schwer verlaufenden FSME in die Intensivstation der Abteilung für Infektionskrankheiten am University Medical Center in Ljubljana eingeliefert worden waren, in die Studie einbezogen. Alle Patienten hatten zum Zeitpunkt der Aufnahme IgM-Antikörper gegen das FSME-Virus. Bei 29 der 33 Patienten wurden auch spezifische IgG-Antikörper nachgewiesen. Die Patienten wurden wegen schwerer Bewusstseinstörungen (n = 22), wegen spinaler Paralyse (n = 9), wegen Hirnnervenparesen (n = 2) und wegen generalisierter tonisch-klonischer Krämpfe (n = 1) eingeliefert. Zehn Patienten wurden mechanisch beatmet, drei Patienten verstarben. Eine periphere Leukozytose wurde bei 21 Patienten nachgewiesen, 9 wiesen ein C-reaktives Protein von über 50 mg/l auf. Bei 19 Patienten enthielt der Liquor cerebrospinalis über 100 × 106/l Leukozyten. Das Liquor-Protein war bei der Mehrzahl der Patienten über den Schwellenwert von 0,45 g/l erhöht. Die Ergebnisse dieser Analyse bestätigen frühere Berichte über Klinik, Epidemiologie und Laboratoriums-Charakteristika von Patienten mit schwer verlaufender FSME. Obwohl die FSME in Slowenien eine relativ niedrige Letalität aufweist, rechtfertigen doch die schweren Verläufe mit lang anhaltenden Folgeerscheinungen die Empfehlung, Bevölkerungsgruppen in endemischen Gebieten Sloweniens prophylaktisch zu impfen.

Matjaž Jereb, Primož Karner, Igor Muzlovič, Tomaž Jurca, Wiener klinische Wochenschrift

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