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Innere Medizin 12. Juni 2008

Die bestmögliche Brustkrebs-Therapie

In Deutschland wurde die „interdisziplinäre S3-Leitlinie für Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ aktualisiert. Diese neuen Empfehlungen zeigen auch einen möglichen Änderungsbedarf beim Disease-Management-Programm (DMP) Brustkrebs. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat deshalb eine vorläufige Leitlinienbewertung ausgearbeitet.

Disease-Management-Programme sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen, in denen vorrangig Behandlungsmethoden eingesetzt werden, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Neben der Optimierung der Behandlung ist es das Ziel der DMPs, die Zusammenarbeit der Leistungserbringer zu fördern. Das in Deutschland erstellte strukturierte Behandlungsprogramm für Patientinnen mit Brustkrebs berücksichtigt das rezenteste Wissen zu den Versorgungsebenen Diagnostik und Therapie in der adjuvan-ten und palliativen Situation, Re-habilitation, Nachsorge und psychosozialen Betreuung.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun einen Vorbericht einer Update-Recherche evidenzbasierter Leitlinien zu Brustkrebs vorgelegt – die Beratung bzw. Beschlussfassung ist noch ausständig. In der Neubewertung wurden methodisch hochwertige Leitlinien identifiziert und Kernempfehlungen extrahiert. Neue Empfehlungen im Bereich Diagnostik befassen sich mit MRT (für spezifische Einzelfallindikationen), CT und PET (nicht empfohlen), und Mammasonographie als Zusatz zur Basisuntersuchung Mammographie. Die Bestimmung des HER2-Status wird nun, nach Zulassung von Trastuzumab in der systemischen adjuvanten Therapie, für jedes Mammakarzinom empfohlen. Bei HER2-positiven Tumoren wird Herceptin empfohlen, allerdings mit dem Hinweis oder sogar der Einschränkung auf ein Einbringen der Patientinnen in Studien und der kardialen Überwachung. Der Einsatz einer „Breast Care Nurse“ für psychosoziale Betreuung wird nun auch im deutschsprachigen Raum empfohlen.

Der Originalartikel erschien im HTA-Newsletter Mai 2008/Nr. 67,
Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (LBI-HTA), Dr. Claudia Wild
Website: http://hta.lbg.ac.at

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