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Innere Medizin 21. Mai 2008

Früherkennung: Prostatakrebs-Diagnose durch Harnanalyse

Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes und die zweithäufigste Krebstodesursache. Um die Erkrankung festzustellen, ist bisher eine Bestimmung des PSA-Werts im Blut und – da das Ergebnis häufig nicht eindeutig ist – eine anschließende Biopsie notwendig, die im Zweifelsfall wiederholt werden muss. Eine Prozedur, die von vielen betroffenen Männern als sehr belastend empfunden wird. Ein neues Verfahren soll nun mehr Sicherheit in der Diagnostik bieten und somit rascher zu einem Therapiekonzept führen.

 Prostatakrebs
Genetische Analyse mittels färbigen Sonden an Prostata-Material.

Foto: Barmherzige Schwestern, Linz

Das Prostatazentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe, bietet als erste Einrichtung in Oberösterreich ein neuartiges Diagnoseverfahren für Prostatakrebspatienten an. Durch die Analyse des Harns der betroffenen Patienten kann nun die Diagnose im Fall eines Tumors gestellt werden.
Dieses in Österreich neuartige Diagnoseverfahren basiert auf der Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Labor für Molekularbiologie und Zytogenetik. Dort wird diese Methode im Rahmen einer Studie durch ein hausinternes Forschungsteam betreut.
Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes und die zweithäufigste Krebstodesursache. Der Standard in der Früherkennung ist die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut. Ein erhöhter PSA-Wert ist dabei ein erster Indikator für eine mögliche Krebserkrankung. Die Wahrscheinlichkeit einer Prostatakrebserkrankung liegt bei der PSA-Wert-Analyse bei etwa 30 Prozent und wird in der Folge durch die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) verifiziert. Doch auch die Biopsie bringt nicht immer ein eindeutiges Ergebnis und muss bei manchen Patienten öfter durchgeführt werden. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern bietet in diesem Fall nun ein neuartiges Verfahren an, das über die Analyse des Harns eine Diagnose des Tumors ermöglicht.

Einzelne Krebszellen erkennen

„Bei der Analyse des Harns kann eine einzige Krebszelle aus über einer Million Zellen herausgefiltert werden. Das bedeutet, dass wir im Falle eine Krebserkrankung durch diese Methode einen definitiven Nachweis erbringen können“, erklärt Prim. Dr. Wolfgang Loidl, Leiter des ersten Prostatazentrums in Oberösterreich. Der Ausschluss einer Erkrankung kann durch diese Methode jedoch nicht erbracht werden. „Wir können aber durch diese Methode, verglichen mit der Analyse des PSA-Wertes im Blut, Prostatakrebs eindeutig nachweisen. Dies ist ein Meilenstein in der Diagnostik und hilft uns, bei rechtzeitiger Früherkennung des Tumors, ein für den Patienten optimales Therapiekonzept aufzusetzen“, so Loidl weiters.
Diese in Österreich neue Diagnoseform ist im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern durch die intensive Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Labor für Molekularbiologie und Zytogenetik möglich. Dort wird diese Methode im Rahmen einer eigenen Studie betreut. Dazu meint Dr. Gerald Webersinke, Leiter des Labors: „Da wir die Analyse des Harns im Rahmen eines Studienschwerpunktes bei uns im Haus durchführen, können wir rasch und flexibel auf die Anforderungen der Kollegen aus dem Prostatazentrums reagieren. Dies kommt wiederum den Patienten zu Gute.“

Quelle: Aussendung der Barmherzigen Schwestern, Linz.

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