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Innere Medizin 15. Oktober 2008

Aufbruch in eine bessere Zukunft

Rund 4.000 Teilnehmer an der diesjährigen Jahrestagung der Hämatologen und Onkologen in Wien diskutierten vergangenes Wochenende über neue Entwicklungen in der Behandlung von bösartigen Tumorerkrankungen. Der Fokus der Veranstaltung lag auf der targeted therapy.

„Wir werden auch in Zukunft auf eine Chemotherapie nicht verzichten können, aber durch ihre Kombination mit Arzneimitteln der zielgerichteten Therapie können wir die Ansprech- und Überlebensraten erhöhen“, betonte Tagungspräsident Prof. Dr. Christoph Zielinski. Zu den Arzneimitteln, mit denen spezifische Ziele auf und in den Tumorzellen angegriffen werden können, gehören monoklonale Antikörper genauso wie kleine Moleküle, die zum Beispiel die Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren und so ihr Wachstum verhindern. „Mit Cetuximab kann die Überlebenszeit beim Lungenkarzinom signifikant erhöht werden.
Bei fortgeschrittenen Karzinomen des Gastrointestinaltrakts steigt damit die mittlere Überlebenszeit auf 25 Monate. Beim metastasierten Brustkarzinom lässt sich mit Bevacizumab die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung auf elf Monate ausdehnen“, so Zielinski.
Die Zahl der gut behandelbaren Krebserkrankungen wird immer größer: In der Behandlung von Lymphomen hat sich ziemlich fix die Verwendung eines Antikörpers etabliert, der die krank machenden B-Lymphozyten sprichwörtlich beseitigt. Das kann die Sterblichkeit im Vergleich zu herkömmlichen Therapien halbieren. Zielinski: „Viel tut sich auch beim Nierenzellkarzinom, bei den Hirn- und HNO-Tumoren. Aber wir haben auch Krebserkrankungen, bei denen wir im metastasierten Stadium nur wenig tun können, zum Beispiel beim fortgeschrittenen Gebärmutterhalskarzinom.“

PR-Havel/IS

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