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Innere Medizin 11. September 2008

Rauchverzicht mit 50 zahlt sich aus

Die Whitehall-Studie zeigt, dass 50-jährige nichtrauchende Männer eine um bis zu einem ganzen Jahrzehnt längere Lebenserwartung haben als gleichaltrige Raucher. Zusätzliche Effekte können durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten in Richtung gesunde Kost und die medikamentöse Behandlung von Risikofaktoren wie erhöhte Blutdruck- und Cholesterinwerte erzielt werden. Das sind die neuesten Ergebnisse der „Whitehall-Studie“, die Dr. Robert Clarke von der University of Oxford, Großbritannien, auf dem ESC in München vorstellte.
Die Whitehall-Studie hat in den Jahren 1968 bis 1970 damit begonnen, 19.000 Londoner städtische Angestellte männlichen Geschlechts und mittleren Alters bis heute regelmäßig zu untersuchen. Von den in den 35 Jahren 13.442 verstorbenen Studienteilnehmern (71 Prozent) verstarb jeder zweite an Gefäßerkrankungen. Zu Beginn der Untersuchung betrug der Unterschied der Lebenserwartung von 50-jährigen Nichtrauchern gegenüber Rauchern 6,3 Jahre. Hatten Nichtraucher keine Risikofaktoren wie hohe Blutdruck- oder Blutfettwerte, betrug der Abstand sogar zehn Jahre.
Im Vergleich zu den Zahlen von 1970 verringerte sich die Sterblichkeit aufgrund von Gefäßkrankheiten in den 1980er Jahren um 24 Prozent, in den 1990er Jahren um 44 Prozent und zwischen 2000 und 2005 um 56 Prozent. „Die Verlängerung der Lebenserwartung im Vereinigten Königreich ist in erster Linie Ausdruck veränderter Rauchgewohnheiten“, erklärt Dr. Clarke. Von den drei Risikofaktoren Rauchen, hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörung erweist sich einmal mehr der überproportionale Einfluss des Rauchens auf die Lebenserwartung.
Raucherverbote gefordert
Die Whitehall-Daten machen deutlich, wie wichtig Rauchverbote sind. Sie schützen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern schützen auch die Generation 50plus: „Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr die absolute Notwendigkeit eines generellen Rauchverbots an geschlossenen öffentlichen Orten“, so Prof. Dr. Thomas Stefenelli, Kardiologe am Kaiserin Elisabeth Spital in Wien. „Andererseits sollte die persönliche Motivation gefördert werden, mit dem Rauchen aufzuhören.“

B&K/IS

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