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Innere Medizin 19. Juni 2008

Verkreuzt und zugenäht

Verletzungen des Knies – vor allem der Kreuzbänder – zählen zu den häufigsten Verletzungen im Fußball. Dank einer neuen Methode ist die Wiederherstellung des Knies nach Verletzungen noch besser gewährleistet. Mit Studien zur Rotation bei Freistößen arbeitet eine Wiener Forschergruppe an der Optimierung der Methode.

Anfang Juni referierten im Rahmen einer großen Fortbildungsveranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Gobert Skrbensky und OA Dr. Michael Matzner nationale und internationale Wissenschafter an der MedUni Wien zu Krankheitsbildern rund um das Thema Fußball, dabei wurde auch über Kreuzbandverletzungen referiert.

Wichtige Rotationsstabilität

Mit neuen Methoden konnten die Heilungserfolge vor allem bei Verletzungen des Kreuzbandes in den letzten Jahren erheblich gesteigert werden. „Die bis vor kurzem üblichen Methoden zur Wiederherstellung der physiologischen Funktionalität konnten nur für bestimmte Sportarten angewandt werden“, so der Sport-Orthopäde Skrbensky von der MedUni Wien. Dank neuer Untersuchungen der MedUni Wien ist klar, dass gerade für die Belastung beim Fußball die vor einigen Jahren entwickelte Doppelkanal-Rekonstruktion des Kreuzbands bessere Resultate bringt. „In unseren kinematischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass für den Fußballschuss die Wiederherstellung der Rotationsstabilität wichtig ist: Diese gelingt mit der neuen Doppelkanal-Rekonstruktion des Kreuzbandes besser. Um die exakte Platzierung der Bohrungen festzulegen, kann PC-gestützte Navigation eingesetzt werden.“

O-Beine schützen

Das Risiko, eine solche Verletzung zu erleiden, ist von vielen Faktoren abhängig. O-Beine sind einer dieser Faktoren. „Wir wissen heute, dass Fußballer besonders zu O-Beinen neigen, wenn sie bereits in jungen Jahren viel Fußball gespielt haben“, erklärt Skrbensky. Einseitiges Training führt zum verstärkten Muskelzug und verursacht diese Fehlstellung. „Wesentlich bedeutender dürfte aber eine Überlastung in der Wachstumsfuge unmittelbar unter dem Kniegelenk sein. Das führt zu einer Wachstumsreduktion auf der Innenseite des Unterschenkelknochens, während an der Außenseite das Wachstum nicht in gleicher Weise gestört wird.“ Für die Belastung der Kreuzbänder hat das positive Auswirkungen. Kreuzbandverletzungen weisen darüber hinaus auch starke geschlechtsspezifische Merkmale auf. Beim X-Bein sind Verletzungen der inneren Seitenbänder und Kreuzbandabrisse häufiger, Frauen sind daher im Fußball häufiger von diesen Verletzungen betroffen. Zusätzlich hat das Hormon Östrogen gerade zwischen dem 10. und 14. Tag des Zyklus einen signifikant negativen Einfluss auf die Bandqualität.

Quelle: Aussendung der MedUni Wien

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