zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 11. September 2008

Peptid- Bluttest

Patienten mit peripherer arterieller Verschluss-Krankheit (PAVK), die eine erhöhte Konzentration des Peptids NT-proBNP im Blut aufweisen, haben ein höheres Risiko, frühzeitig zu versterben. Diese neue Erkenntnis könnte ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Behandlung der PAVK sein. Die Autoren der am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz unter der Leitung von OA Dr. Thomas Müller durchgeführten LIPAD Studie („Linz Peripheral Arterial Disease“) spekulieren, dass NT-proBNP im Blut aller PAVK-Patienten gemessen werden sollte. Bei erhöhten Werten könnten dann weitere Untersuchungen und Therapien die Überlebensrate verbessern. Weitere Studien sollen Gewissheit bringen.
Etwa 30 Millionen Menschen in Europa und Nordamerika haben PAVK. Die Krankheit kann entweder symptomlos bleiben oder aber Belastungsschmerzen („Schaufensterkrankheit“) oder Ruheschmerzen verursachen. Ein großer Anteil der PAVK-Patienten leidet an einer unentdeckten Herzerkrankung, Betroffene haben im Vergleich zu Personen ohne PAVK ein 5-fach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko und ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Tod. Die Risikoabschätzung ist ein wichtiges Ziel, allerdings konnten bisher keine geeigneten Instrumente gefunden werden.

Fünf-Jahres-Sterblichkeit

Die im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz durchgeführte LIPAD Studie beobachtete 487 PAVK-Patienten, deren NT-proBNP-Werte zu Studienbeginn gemessen wurden, über fünf Jahre und zeigte, dass die durchschnittliche NT-proBNP-Konzentration bei den Verstorbenen deutlich höher war als bei den Überlebenden. NT-proBNP sei ein starker und unabhängiger Hinweis auf die Fünf-Jahres-Sterblichkeit bei PAVK-Patienten. Die Beziehung zwischen erhöhten NT-proBNP-Werten und erhöhter Sterblichkeit war unabhängig von anderen Zuständen, die auch mit einer PAVK assoziiert sind, wie höheres Alter, männliches Geschlecht, eingeschränkte Nierenfunktion, schwereres PAVK-Erkrankungsstadium oder gleichzeitiges Vorliegen auch anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das biologisch inaktive Fragment des B-Typ natriuretischen Peptid Prohormons (NT-proBNP) wird vom Herzen produziert, ist ein Marker für eine beeinträchtigte Herzfunktion und kann bei Herzschwäche in erhöhten Konzentrationen im Blut gemessen werden.

B&K/IS

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben